Dank seiner Prinzipien und der damit verbundenen Philosophie agiert Aikido nicht nur als eine Kampfkunst, sondern auch als eine Grundeinstellung zum täglichen Leben. Aikido verfolgt nicht nur das Ziel, den Praktizierenden Selbstverteidigungskenntnisse zu vermitteln, sondern ihnen auch bei ihrer geistigen Entwicklung weiterzuhelfen. Sieben Tugenden spielen dabei eine wichtige Rolle.

Das Wichtigste vorab

  • Aikido ist eine friedfertige Kampfkunst.
  • Das Ziel besteht nicht darin, den Angreifer zu zertören.
  • Aikido fördert die Entwicklung des Körpers und des Geistes.
  • Die Techniken weisen eine enge Verbindung zum Kodex der Samurai auf.

Geschichte und Hintergründe

Ueshiba Morihei gilt als der Gründervater der japanischen Kampfkunst namens Aikidō. Er hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus verschiedenen Sportarten die beliebte Kampfkunstart entwickelt. Daitō-Ryū Aiki-Jūjutsu fungierte dabei als essenzielle Grundlage. Aikidōka lautet die Bezeichnung für diejenigen, die regelmäßig eine Aikidō-Schule aufsuchen.

Dank seiner Ausbildung bei seinem geistigen Mentor Takeda Sōkaku war er in der Lage die waffenlose Kampfkunst zu kreieren. Ehe er Aikidō entwickelte, war er Student unterschiedlicher Kampfkunstarten. Diese beinhalteten desgleichen ein anspruchsvolles Lanzen- und Schwerttraining. Sein Ziel bestand darin, einen einzigartigen Weg der Harmonie zu entwickeln. Das ist die korrekte Übersetzung dieser japanischen Kampfkunst. Ai steht für Harmonie sowie Anpassung, Ki symbolisiert den Geist sowie das Bewusstsein und Do gibt die Begriffe Weg oder Philosophie wieder.

Tokio agiert als wichtiger Gründungsort des Honbu Dōjō des Aikidōs. Die korrekte Übersetzung der beiden ersteren Begriffe lautet Übungshalle. Von dort aus begann die internationale Verbreitung des Weges der Harmonie.

  • 1951 fand Aikidōs dank des Meisters Mochizuki Minoru seinen Weg nach Europa. Frankreich kam als erstes europäisches Land in den Genuss eines Aikidō-Dojos. Bereist im nachfolgenden Jahr setzte Meister Tadashi Abe mit der Verbreitung fort. Seine auserwählte Stadt war Marseille, die ebenfalls in Frankreich liegt. Tōhei Kōichi führte im Jahre 1953 Aikidō auf Hawaii ein.
  • André Nocquet war ein begeisterter Akidoka. Aus diesem Grund machte er sich 1956 auf den Weg nach Tokio. Dort wollte er in der Wiege des Weges der Harmonie sein Wissen und Können erweitern.
  • Da Frankreich sämtliche Meister aus Japan begeistert empfing, ging Masamichi Noro 1961 nach Paris, um mit seinem Kameraden Nobuyoshi Tamura die Verbreitung des Aikidos voranzutreiben. Sie hatten beim Gründervater trainiert. Hiroshi Tada wählte als Verbreitungsland Italien.
  • Masatomi Ikeda ging in die Schweiz, um zu unterrichten. Yasunari Kitaura entschied sich für Spanien, wohingegen Kazuo Chiba das Vereinigte Königreich als Unterrichtsstätte wählte. Ab 1960 starten ambitionierte Schüler Ueshibas die internationale Verbreitung von Aikido.
  • 1965 entschied sich en Schüler für Australien. 1960 eröffnete in Deutschland die erste Aikido-Schule. In den siebziger Jahren verbreitete sich die Kampfkunst in Österreich. Mittlerweile existiert nahezu in jedem Land weltweit ein Aikido-Dojo.
  • Seit 1975 existiert die Internationale Aikido-Föderation. Ihre Abkürzung lautet I.A.F.

Besonderheiten von Aikido

Aikido punktet mit seiner Eigenschaft der friedfertigen Kampfkunst. In der Regel ist der Aikidoka, darauf erpicht einen Kampf zu beenden, ohne jedoch seinen Gegner zu verletzen. Das Ziel besteht darin, den Angreifer mithilfe einer geeigneten Technik zu beruhigen. Auf diese Weise profitiert dieser von der Möglichkeit, Einsicht zu zeigen. Allerdings ist ein Aikidoka sehr wohl in der Lage, einem Aggressor körperliche Schäden zuzufügen. Er kann ihn im schlimmsten Fall auch töten.

Ueshiba formulierte Aussagen, welche den friedfertigen Umgang des Aikidos bestätigen. Er prägte die Sätze, dass das Ziel darin besteht, den Angreifer auf einer geistigen Ebene zu besiegen. Dadurch beendet dieser seinen Angriff. Selbstverteidigung war einer der Gründe, weshalb Ueshiba Aikido gründete. Es ging darum, den Gegner auf eine sanfte Art zum Umdenken zu bewegen.

Für wen ist Aikido geeignet?

Die Übungen fördern sowohl die Beweglichkeit als auch die körperliche Fitness. Vor allem die Fallübungen wirken sich positive auf die Erstere aus. Diejenigen, die sich regelmäßig zum Dojo bewegen, fördern desgleichen ihre Ausdauer.

An diese Kampfkunst können sich auch Anfänger, die noch nie einen derartigen Sport ausgeübt haben, wagen. Es existieren keine Hindernisse, die ihnen den Einstieg in das Aikido erschweren. Lediglich der Wille und die Disziplin stellen notwendige Eigenschaften dar. Dank des Programms erfahren die Aikidoka eine schrittweise Heranführung an die Techniken. Die Komplexität wächst mit der Erfahrung und Trainingsdauer des Trainierenden.

Das Alter spielt ebenso eine untergeordnete Rolle. Es ist nie zu spät mit Aikido anzufangen. Entscheidend ist lediglich die Lust und Motivation eine neue Kampfkunst zu erlernen.

Training und Techniken

Die Techniken des Aikidos zeichnen sich durch zahlreiche Besonderheiten aus.

  • Aikidoka leiten die Angriffskraft ihres Gegners. Dieser kann dadurch seinen Angriff nicht mehr fortführen. Aikido zeichnet sich durch Wurf- und Haltegrifftechniken aus.
  • Da diese Kampfkunst auf eine friedliche Konfliktlösung abzielt, setzten Aikidoka keineswegs zu einem Gegenangriff an. Stattdessen übernehmen sie die günstigere Stellung. Diese ermöglicht es ihnen, den Aggressor stets unter Kontrolle zu haben. Sie vollziehen das mithilfe eines permanenten Körperkontaktes.
  • Verteidigungs- und Angriffstechniken resultieren aus einer Vielzahl von standardisierten Aikido-Techniken. Sie erfordern eine spezielle Ausführung, die einer bestimmten Form entspringen. Je länger ein Aikidoka trainiert, desto mehr freie Übungsformen kommen hinzu. Dazu gehören Jiyu-waza und das Ranodori. Das Letztere existiert ebenso im Judo und steht für den Zweikampf.
  • Aikido genießt dennoch den Ruf eines komplexen Kampfkunstsystems. Es beinhaltet bewaffnete sowie waffenlose Techniken. Diese ermöglichen eine erfolgreiche Verteidigung gegen einen sowie mehrere Angreifer.
  • Darüber hinaus steht Aikido in einer direkten Verbindung mit der Tradition der Samuraikämpfer. Es fokussiert sich auf das Erlernen von Disziplin. Des Weiteren fördert es ein respektvolles sowie ethisches Verhalten. Zuletzt schult Aikido gezielt den Geist.
  • Bewegungsabläufe des Aikidos entstammen ebenso dem Schwertkampf. Ueshiba studierte zahlreiche weitere Kampfkünste, die als Inspiration bei der Gründung seiner Kampfkunst dienten. Er nutzte die Strategie und Taktik des Schwertkampfes, um effektive Techniken für die Selbstverteidigung zu entwickeln.

Ausrüstung im Aikido

Das Training im Aikido läuft überwiegend ohne die Nutzung von Waffen ab. Allerdings finden drei Holzwaffen Anwendung. Sie setzen sich aus den nachfolgenden drei Objekten zusammen:

  • Bokuto
  • Tanto
  • Jo

Da die Bewegungsabläufe des Aikidos von zahlreichen Stock- und Schwerttechniken stammen, sind diese drei Waffen ein elementarer Bestandteil des Trainings. Dank dieser Ausrüstung verstehen jedoch die Aikidoka die waffenlosen Bewegungen besser. Sie sind in der Lage, dieser einfacher zu verinnerlichen.

Aikidoka tragen in der Regel einen weißen Gi. Der Anzug ähnelt einem Judokimono und zeichnet sich durch eine mittlere Stärke aus. Die Oberbekleidung ist reißfest. Japaner nennen die Anzüge „Keiko-Gi“.

Traditioneller Hosenrock Hakama

Meister hingegen tragen den bekannten Hosenrock. Seine japanische Bezeichnung lautet Hakama. Zum einen dient er dazu, um die Beine im Kampf effektiv zu schützen, zum anderen verdeckt der die exakte Fußstellung. Schließlich galten die Füße als wichtiger Indikator für den nächsten Zug des Gegners. Rivalen konnten so, Rückschlüsse auf einen folgenden Angriff sowie eine bevorstehende Verteidigungstechnik schließen.

DerShogun Hakama schwarz
  • Qualitativ sehr gut verarbeitet
  • 65% Polyester, 35% Rayon (Kunstseide)
  • Hoher Tragekomfort
  • Maschinenwaschbar
  • Die sieben Falten des Rocks symbolisieren die 7 Tugenden des Samurai

Des Weiteren stehen die sieben Falten des Hakama für die nachfolgenden Tugenden:

  • Güte steht für Jin
  • Gerechtigkeit und Ehre spiegelt der Begriff Gi wider
  • Höflichkeit sowie Etikette werden mit Rei ausgedrückt
  • Weisheit sowie Intelligenz drücken sich im Aikido mit Chi aus
  • Aufrichtigkeit nennt sich im japanischen Shin
  • Loyalität lautet Chu
  • Pietät steht für Koh

Aikidoka profitieren in technischer Hinsicht von besseren Beinbewegungen dank des Hakamas. Die Zentriertheit ermöglicht fließende Bewegungen.

Obi lautet der Name des Gürtels im Aikido. Der Einstieg beginnt mit einem Graduierungssystem. Der 5. Kyu stellt den Beginn dar. Kyu Nummer zwei hingegen erlaubt den Trainierenden den Hosenrock zu tragen. Sie signalisieren damit ihre Reife, über die Stufe eines Beginners hinausgewachsen zu sein. Dan-Träger tragen den schwarzen Gürtel gemeinsam mit dem Hakama.

Letzte Aktualisierung am 13.08.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API