Die Dose mit Pfefferspray, die in jede Jacken- oder Handtasche passt, ist ein idealer Begleiter für überall. Besonders Frauen besitzen gern zur Selbstverteidigung Pfefferspray, damit sie in einem Ernstfall nicht mit leeren Händen dastehen. Wie es allerdings mit der Benutzung aussieht, wo der Unterschied zu CS-Gas liegt und was das Gesetz zum Führen in der Öffentlichkeit besagt, das wollen wir Euch hier erklären.

Pfefferspray

Pfefferspray vs. Tränengas

Es gibt eine abgeschwächte Variante, die zur Verwechslung führen kann. Wenn es sich um sogenanntes CS-Gas handelt, dann habt Ihr es nicht mit Pfefferspray zu tun. CS-Gas ist auch als Tränengas bekannt, welches zwar prinzipiell die gleiche Wirkung hat wie Pfefferspray, jedoch deutlich weniger intensiv wirkt. Außerdem zeigt es bei vielen Menschen nahezu überhaupt keinen Effekt und ist deshalb nur bedingt zur Selbstverteidigung geeignet. Für den Ernstfall solltet Ihr also bevorzugt ein Pfefferspray kaufen, das ist als Selbstverteidigungswaffe im Notfall deutlich effektiver.

Macht Pfefferspray kampfunfähig?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, da es darauf ankommt, wo der Angreifer getroffen wurde. Damit Ihr Euch ein Bild davon machen könnt, wie das Spray wirkt, schaut euch am besten die folgenden Videos an.

Funktionsprinzip von Pfefferspray

In einer Dose, die im Normalfall ungefähr die Größe eines kleinen Deodorants hat, befindet sich der Wirkstoff „Oleoresin Capsicum“. Dieser ist in einer Substanz gelöst, welche dann die Konsistenz des Gemischs ausmacht. Auf Knopfdruck entweicht das Gemisch und durch eine Düse kann damit recht genau gezielt werden.

Pfefferspray ist in 3 Varianten erhältlich

  • Gasgemisch: Hierbei kommt ein feiner Sprühnebel, ähnlich einem Deodorant, aus der Dose, welcher sich konisch ausbreitet. Das Gasgemisch hat den Nachteil, dass es sehr windempfindlich ist und nur auf sehr kurze Entfernungen bis zu etwa einem Meter funktioniert ist. Außerdem besteht hier schnell die Gefahr, dass Ihr selbst etwas davon abbekommt.
  • Flüssigkeit: Ein feiner, flüssiger Strahl entweicht der Dose mit einem hohen Druck. Bei der Flüssigkeit ist die Reichweite deutlich höher und der Strahl kann deutlich genauer gelenkt werden. Die Reichweite beträgt bis zu etwa 5 Meter.
  • Schaum: Hochwertige Pfeffersprays haben eine schaumartige Konsistenz, deren Strahl „klebrig“ ist. Schaum ist noch weniger empfindlich als Flüssigkeit und haftet am Getroffenen, wodurch Ihr das versehentliche Schädigen umstehender, unbeteiligter Personen besser vermeiden könnt. Außerdem ist der Strahl beim Schaum durch die kompakte und klebrige Konsistenz noch weniger windempfindlich.

Es gibt auch vereinzelte Geräte, die eine komplette Kapsel mit dem Wirkstoff verschießen, anstatt ein Gemisch zu versprühen. Diese ähneln von den Eigenschaften her allerdings eher einer Schreckschusswaffe und werden deshalb hier nicht behandelt.

Ist Pfefferspray legal?

Die rechtliche Lage des in der Justiz als „Reizstoffsprühgerät“ bekannten Werkzeuges ist ein wenig kompliziert. Im freien Handel ist Pfefferspray in allen Ausführungen erhältlich, jedoch müsst Ihr über das Führen ein paar Dinge wissen.

  • Beachtet bei allen Überlegungen bezüglich der Legalität den §42 des WaffG, welcher verbietet, gefährliche Gegenstände bei öffentlichen Veranstaltungen zu tragen. Der Sicherheitsdienst könnte es Euch somit am Einlass wegnehmen.
  • In Deutschland ist Pfefferspray erlaubt, wenn es zur Tierabwehr gedacht ist. Diese Spraydosen werden direkt als „Tierabwehrspray“ gekennzeichnet oder tragen den Zusatz „nur zur Tierabwehr bestimmt“. Diese Pfeffersprays dürft Ihr ohne Genehmigung führen, da sie nicht zum Einsatz gegen Menschen gedacht sind.
  • Solltet Ihr ein Pfefferspray besitzen, welches nicht zur Tierabwehr bestimmt ist, handelt es sich um eine Reizstoffwaffe nach §10 Absatz 4 des WaffG und erfordert den Besitz eines kleinen Waffenscheines. Andererseits macht Ihr Euch des illegalen Führens von Waffen strafbar.

Beachtet, wenn Ihr Euch Spray von einem Importhändler erwerbt, dass in anderen Ländern andere Grenzwerte für die Konzentration des Wirkstoffs gelten können. Das bedeutet, dass ein Spray, das in einem anderen Land frei verkäuflich ist, in Deutschland trotz kleinem Waffenschein verboten sein kann. Auch Spraydosen für die Anwendung bei der Polizei sind nicht unbedingt auch für den privaten Gebrauch zugelassen.

Pfefferspray Wirkung

Der Wirkstoff Oleoresin Capsicum sorgt für eine Reizung der Augen, Schleimhäute und Haut, wobei die Augen in der Regel am meisten betroffen sind. Für das Benutzen der Spraydose sind keinerlei körperliche Voraussetzungen erforderlich, lediglich die Bahn des Sprühstrahls solltet Ihr vorher einmal an einem leblosen Objekt probieren, um sie im Ernstfall richtig einschätzen zu können. Wichtig: Pfefferspray darf nur in einer Notsituation, bei einem rechtswidrigen Angriff, im Rahmen der Notwehr gegen Menschen eingesetzt werden.

  • Das Opfer ist bei einem Volltreffer für mehrere Minuten nicht in der Lage, die Augen offen zu halten. Besonders diese Wirkung macht für die Selbstverteidigung Pfefferspray effektiv, da der Täter schlecht sieht und nicht in der Lage sein wird, Euch im Lauftempo zu verfolgen. Nach etwa 15 bis 30 Minuten sollte dieser Effekt nachlassen, kann aber bei hoher Dosierung auch länger andauern.
  • Besonders auf Schleimhäute zeigt das Pfefferspray Wirkung und sorgt somit für eine besonders intensive Reizung von Nasen- und Mundraum sowie Rachen, sofern das Gemisch eingeatmet wird.
  • Im Bereich von Mund und Nase sorgt das Spray für starke Schmerzen und die Reizung im Rachenraum verursacht Atemnot und starken Hustenreiz. Wenn eine angemessene Dosis eingeatmet wird, ist das Opfer aufgrund eines Hustenanfalls kampfunfähig.
  • Auf der Haut verursacht der Wirkstoff ebenfalls Schmerzen und einen starken Juckreiz. Dieser ist allerdings mehr störend als bedrohlich und kann von einem schmerzunempfindlichen Opfer gewissermaßen ignoriert werden. Bestimmte Militärstreitkräfte, wie zum Beispiel die US-Marines, trainieren sogar den Nahkampf nach der Einwirkung von Pfefferspray.
  • Anders liegen die Dinge allerdings, wenn Ihr eine verletzte Hautstelle trefft. Hier würde der Wirkstoff tief eindringen und fürchterliche Schmerzen verursachen.

Gefahren beim Einsatz von Pfefferspray

In erster Linie müsst Ihr natürlich damit rechnen, dass auch ein direkter Treffer Euren Angreifer nicht direkt ausschaltet. Wenn Euer Gegenüber es schafft, Mund, Nase und Augen mit der Hand weitestgehend zu schützen oder den Kopf senkt und Ihr nur seinen Hinterkopf trefft, dann bleibt er kampffähig. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird von den Schmerzen zwar leicht eingeschränkt, bleibt aber grundsätzlich vorhanden.

  • Selbst einen Treffer ins Gesicht können Personen teilweise ignorieren, wenn die Dosis nicht zu groß ist. In den meisten Fällen werden die Opfer damit beginnen, aggressiv um sich zu schlagen, also bringt Ihr am besten schnell ein paar Meter Abstand zwischen Euch und den Angreifer.
  • Die gleiche Gefahr wie bei den Schreckschusswaffen gilt selbstverständlich auch hier, wenn das Pfefferspray in geschlossenen Räumen angewendet wird. Auf engem Raum kann es schnell passieren, dass Ihr einen Teil des Gemischs selbst abbekommt. Besonders bei der Verwendung von Gas oder Flüssigkeit ist die Gefahr groß. Ihr könnt Mund und Nase mit der freien Hand schützen und die Luft anhalten, um den Effekt bei sehr geringem Abstand abzuschwächen, aber einen Teil werdet Ihr selbst abbekommen.
  • Beim Einsatz gegen mehrere Gegner solltet Ihr sehr vorsichtig sein, speziell hinsichtlich der Sprühzeit der Dose. Meistens ist es nur wenige Sekunden sprühfähig, danach seid Ihr auf Euch selbst gestellt. Hinzu kommt, dass die anderen Gruppenmitglieder Ihre Gesichter schützen werden, sobald Ihr den ersten von ihnen erwischt habt. Wenn Ihr es also mit mehreren Gegnern zu tun habt, solltet Ihr gut überlegen, ob Ihr es sicher schafft, alle Angreifer kampfunfähig zu sprühen.
  • Eine sehr geringe, aber dennoch nennenswerte Gefahr bildet die Erstickung des Getroffenen. Zusätzlich zur Reizung der Schleimhäute schwellen bei jeder Person die betroffenen Areale unterschiedlich stark an. Bei einer starken Schwellung oder sogar einer allergischen Reaktion könnten die Luftwege derart verengt werden, dass es zur Erstickung kommt. Sollte sich die betroffene Person also keuchend am Boden wälzen oder sogar bewusstlos werden, tut Ihr gut daran, die 112 zu wählen. Selbst wenn Euer Angriff als Notwehr berechtigt war, würdet Ihr Euch sonst möglicherweise wegen einer unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen, da die Notwehrsituation ja durch den Einsatz des Pfefferspray erfolgreich entschärft wurde.

Pfefferspray kaufen

Pfefferspray könnt Ihr eigentlich überall kaufen, selbst in Drogeriemärkten gibt es oft Angebote. Natürlich könnt Ihr auch online einkaufen, die folgenden Produkte könnt Ihr bei Amazon kaufen.

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