Die Dose mit Pfefferspray, die in jede Jacken- oder Handtasche passt, ist ein idealer Begleiter für überall. Besonders Frauen besitzen gern zur Selbstverteidigung Pfefferspray, damit sie in einem Ernstfall nicht mit leeren Händen dastehen. Wie es allerdings mit der Benutzung aussieht, wo der Unterschied zu CS-Gas liegt und was das Gesetz zum Führen in der Öffentlichkeit besagt, das wollen wir Euch hier erklären.

Das Wichtigste in 30 Sekunden:

  • Pfefferspray ist ein günstiges und effektives Mittel zur Selbstverteidigung
  • Beim Einsatz in geschlossenen Räumen und bei mehreren Gegnern ist Vorsicht geboten
  • Ihr dürft Pfefferspray immer bei euch führen, nur bei öffentlichen Veranstaltungen nicht
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  • In Deutschland nur zur Tierabwehr zugelassen

Pfefferspray vs. Tränengas

Es gibt eine abgeschwächte Variante, die zur Verwechslung führen kann. Wenn es sich um sogenanntes CS-Gas handelt, dann habt Ihr es nicht mit Pfefferspray zu tun.

  1. CS-Gas ist auch als Tränengas (Mit dem Reizstoff Chlorbenzylidenmalonsäuredinitril) bekannt, welches zwar prinzipiell die gleiche Wirkung hat wie Pfefferspray, jedoch deutlich weniger intensiv wirkt. Außerdem zeigt es bei vielen Menschen nahezu überhaupt keinen Effekt und ist deshalb nur bedingt zur Selbstverteidigung geeignet.
  2. Pfefferspray ist zur Verteidigung besser geeignet: Für den Ernstfall solltet Ihr also bevorzugt ein Pfefferspray kaufen, das ist als Selbstverteidigungswaffe im Notfall deutlich effektiver.

Macht Pfefferspray kampfunfähig?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, da es darauf ankommt, wo der Angreifer getroffen wurde. Insbesondere in den Schleimhäuten und den Augen hat es einen deutlichen Effekt. Damit Ihr Euch ein Bild davon machen könnt, wie das Spray wirkt, schaut euch am besten die folgenden Videos an.

Hintergründe zu Abwehrspray

Bevor ihr euch ein Verteidigungsspray zulegt, solltet ihr euch darüber informieren, welche Unterschiede bestehen, was es beim Einsatz zu wissen gibt und welche Wirkung das Spray hat. Hier stellen wir euch einige allgemeine Tipps vor.

Ist Pfefferspray legal?

Die rechtliche Lage des in der Justiz als „Reizstoffsprühgerät“ bekannten Werkzeuges ist ein wenig kompliziert, aber in jedem Fall könnt ihr es im Rahmen der Notwehr einsetzen. Im freien Handel ist Pfefferspray in allen Ausführungen erhältlich, jedoch müsst Ihr über das Führen ein paar Dinge wissen.

Achtung bei öffentlichen Veranstaltungen

Beachtet bei allen Überlegungen bezüglich der Legalität den §42 des WaffG, welcher verbietet, gefährliche Gegenstände bei öffentlichen Veranstaltungen zu tragen. Der Sicherheitsdienst könnte es Euch somit am Einlass wegnehmen. Dazu gehören beispielsweise Demonstrationen.

Tierabwehrspray vs. Verteidigung gegenüber Menschen

In Deutschland ist Pfefferspray erlaubt, wenn es zur Tierabwehr gedacht ist. Diese Spraydosen werden direkt als „Tierabwehrspray“ gekennzeichnet oder tragen den Zusatz „nur zur Tierabwehr bestimmt“. Diese Pfeffersprays dürft Ihr ohne Genehmigung führen, da sie nicht zum Einsatz gegen Menschen gedacht sind.

Nicht legales Pfefferspray

Solltet Ihr ein Pfefferspray besitzen, welches nicht zur Tierabwehr bestimmt ist, handelt es sich um eine Reizstoffwaffe nach §10 Absatz 4 des WaffG und erfordert den Besitz eines kleinen Waffenscheines. Andererseits macht Ihr Euch des illegalen Führens von Waffen strafbar.

Achtung: Andere Länder, andere Regeln

Beachtet, wenn Ihr Euch Spray von einem Importhändler erwerbt, dass in anderen Ländern andere Grenzwerte für die Konzentration des Wirkstoffs, also ein höherer Schärfegrad, gelten können. Das bedeutet, dass ein Spray, das in einem anderen Land frei verkäuflich ist, in Deutschland trotz kleinem Waffenschein verboten sein kann.

Auch Spraydosen für die Anwendung bei der Polizei sind nicht unbedingt auch für den privaten Gebrauch zugelassen.

Welche Wirkung hat Pfefferspray

Der Wirkstoff Oleoresin Capsicum sorgt für eine Reizung der Augen, Schleimhäute und Haut, wobei die Augen in der Regel am meisten betroffen sind.

Wirkung bei einem Volltreffer

Das Opfer ist bei einem Volltreffer für mehrere Minuten nicht in der Lage, die Augen offen zu halten. Besonders diese Wirkung macht für die Selbstverteidigung Pfefferspray effektiv, da der Täter schlecht sieht und nicht in der Lage sein wird, Euch im Lauftempo zu verfolgen. Nach etwa 15 bis 30 Minuten sollte dieser Effekt nachlassen, kann aber bei hoher Dosierung auch länger andauern.

Effekt auf Schleimhäute

Besonders auf Schleimhäute zeigt das Pfefferspray Wirkung und sorgt somit für eine besonders intensive Reizung von Nasen- und Mundraum sowie Rachen, sofern das Gemisch eingeatmet wird.

Treffer bei Mund und Nase

Im Bereich von Mund und Nase sorgt das Spray für starke Schmerzen und die Reizung im Rachenraum verursacht Atemnot und starken Hustenreiz. Wenn eine angemessene Dosis eingeatmet wird, ist das Opfer aufgrund eines Hustenanfalls kampfunfähig.

Wirkung auf Haut und Wunden

Auf der Haut verursacht das Verteidigungsspray ebenfalls Schmerzen und einen starken Juckreiz. Dieser ist allerdings mehr störend als bedrohlich und kann von einem schmerzunempfindlichen Opfer gewissermaßen ignoriert werden. Bestimmte Militärstreitkräfte, wie zum Beispiel die US-Marines, trainieren sogar den Nahkampf nach der Einwirkung von Pfefferspray.

Anders liegen die Dinge allerdings, wenn Ihr eine verletzte Hautstelle trefft. Hier würde der Wirkstoff tief eindringen und fürchterliche Schmerzen verursachen.

Varianten von Pfefferspray

In einer Dose, die im Normalfall ungefähr die Größe eines kleinen Deodorants hat, befindet sich der Wirkstoff „Oleoresin Capsicum“. Dieser ist in einer Substanz gelöst, welche dann die Konsistenz des Gemischs ausmacht. Auf Knopfdruck entweicht das Gemisch und durch eine Düse kann damit recht genau gezielt werden. Pfefferspray ist in 3 Varianten erhältlich

  • Gasgemisch: Hierbei kommt ein feiner Sprühnebel, ähnlich einem Deodorant, aus der Sprühdose, welcher sich wie ein Nebelstrahl konisch ausbreitet. Das Gasgemisch hat den Nachteil, dass es sehr windempfindlich ist und nur auf sehr kurze Entfernungen bis zu etwa einem Meter funktioniert ist. Außerdem besteht hier schnell die Gefahr, dass Ihr selbst etwas davon abbekommt.
  • Flüssigkeit: Ein feiner, flüssiger Strahl entweicht der Dose mit einem hohen Druck. Bei der Flüssigkeit ist die Reichweite deutlich höher und der Strahl kann deutlich genauer gelenkt werden. Die Reichweite beträgt bis zu etwa 5 Meter.
  • Schaum: Hochwertige Pfeffersprays haben eine schaumartige Konsistenz, deren Strahl „klebrig“ ist. Schaum ist noch weniger empfindlich als Flüssigkeit und haftet am Getroffenen, wodurch Ihr das versehentliche Schädigen umstehender, unbeteiligter Personen besser vermeiden könnt. Außerdem ist der Strahl beim Schaum durch die kompakte und klebrige Konsistenz noch weniger windempfindlich.

Es gibt auch vereinzelte Geräte, die eine komplette Kapsel mit dem Wirkstoff verschießen, anstatt ein Gemisch zu versprühen. Diese ähneln von den Eigenschaften her allerdings eher einer Schreckschusswaffe und werden deshalb hier nicht behandelt.

Gefahren beim Einsatz von Pfefferspray

In erster Linie müsst Ihr natürlich damit rechnen, dass auch ein direkter Treffer Euren Angreifer nicht direkt ausschaltet.

Wenn Euer Gegenüber es schafft, Mund, Nase und Augen mit der Hand weitestgehend zu schützen oder den Kopf senkt und Ihr nur seinen Hinterkopf trefft, dann bleibt er kampffähig. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird von den Schmerzen zwar leicht eingeschränkt, bleibt aber grundsätzlich vorhanden.

Selbst einen Treffer ins Gesicht können Personen teilweise ignorieren, wenn die Dosis nicht zu groß ist. In den meisten Fällen werden die Opfer damit beginnen, aggressiv um sich zu schlagen, also bringt Ihr am besten schnell ein paar Meter Abstand zwischen Euch und den Angreifer.

Pfefferspray: Tipps zum richtigen Einsatz

Für das Benutzen der Spraydose sind keinerlei körperliche Voraussetzungen erforderlich, lediglich die Bahn des Sprühstrahls solltet Ihr vorher einmal an einem leblosen Objekt probieren, um sie im Ernstfall richtig einschätzen zu können. Was ihr noch bedenken solltet, sagen wir euch im Folgenden:

Darf ich Pfefferspray bei Notwehr einsetzen?

Ja, Pfefferspray darf in einer Notsituation, bei einem rechtswidrigen Angriff, im Rahmen der Notwehr gegen Menschen bzw. Tiere eingesetzt werden. Sobald der Angriff abgewehrt ist und eine Chance zur Flucht besteht, solltet ihr diese wahrnehmen.

Notwehr gemäß §32 StGB (Quelle)

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Pfefferspray in geschlossenen Räumen einsetzen

Die gleiche Gefahr wie bei den Schreckschusswaffen gilt selbstverständlich auch hier, wenn das Pfefferspray in geschlossenen Räumen angewendet wird. Auf engem Raum kann es schnell passieren, dass Ihr einen Teil des Gemischs selbst abbekommt. Besonders bei der Verwendung von Gas oder Flüssigkeit ist die Gefahr groß.

Ihr könnt Mund und Nase mit der freien Hand schützen und die Luft anhalten, um den Effekt bei sehr geringem Abstand abzuschwächen, aber einen Teil werdet Ihr selbst abbekommen.

Pfefferspray bei mehreren Gegnern einsetzen?

Beim Einsatz gegen mehrere Gegner solltet Ihr sehr vorsichtig sein, speziell hinsichtlich der Sprühzeit der Dose. Meistens ist es nur wenige Sekunden sprühfähig, danach seid Ihr auf Euch selbst gestellt. Hinzu kommt, dass die anderen Gruppenmitglieder Ihre Gesichter schützen werden, sobald Ihr den ersten von ihnen erwischt habt.

Wenn Ihr es also mit mehreren Gegnern zu tun habt, solltet Ihr gut überlegen, ob Ihr es sicher schafft, alle Angreifer kampfunfähig zu sprühen.

Nebenwirkungen von Abwehrspray

Eine sehr geringe, aber dennoch nennenswerte Gefahr bildet die Erstickung des Getroffenen. Zusätzlich zur Reizung der Schleimhäute schwellen bei jeder Person die betroffenen Areale unterschiedlich stark an. Bei einer starken Schwellung oder sogar einer allergischen Reaktion könnten die Luftwege derart verengt werden, dass es zur Erstickung kommt.

Sollte sich die betroffene Person also keuchend am Boden wälzen oder sogar bewusstlos werden, tut Ihr gut daran, die 112 zu wählen. Selbst wenn Euer Angriff als Notwehr berechtigt war, würdet Ihr Euch sonst möglicherweise wegen einer unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen, da die Notwehrsituation ja durch den Einsatz des Pfefferspray erfolgreich entschärft wurde.

Pfefferspray kaufen

Pfefferspray könnt Ihr eigentlich überall kaufen, selbst in Drogeriemärkten und im Discounter gibt es oft Angebote. Natürlich könnt Ihr auch online einkaufen, die folgenden Produkte könnt Ihr bei Amazon kaufen.

FAQ zu Pfefferspray

Im Folgenden finden Sie noch eine Reihe von Antworten auf häufige Fragen rund um Pfefferspray.

Pfefferspray

Mit oder ohne Gürtelclip?

Ein Gürtelclip kann den Vorteil bieten, dass das Verteidigungsspray gleich einsatzbereit ist. Wenn erst zwischen Geldbeutel, Handy und Haarbürste in der Handtasche gesucht werden muss, ist es meist zu spät.

Was versteht man unter einem Panikverschluss

Bei einem Griff in die Handtasche sollte das Abwehrspray nicht aktiviert werden. Daher gibt es einen Panikverschluss. Dieser sorgt bei einem leichten Griff auf den Auslöser für keine Betätigung. Erst bei einem starken Druck oder einer Betätigung des Auslösers direkt, wird der Pfefferstrahl versprüht.

Wie hoch sollte die Füllmenge sein?

Eigentlich ist die Füllmenge nebensächlich, denn das Pfefferspray lässt sich ohnehin nicht gut gegen mehrere Angreifer einsetzen. Denn sobald ein Angreifer damit konfrontiert wurde, sind die anderen gewarnt. In aller Regel ist eine Füllmenge von ca. 50ml enthalten.

Schreckschusspistolen mit Pfeffermunition?

Es gibt auch Schreckschusspistolen, die mit Pfefferpatronen geladen werden können. So lassen sich mehrere Schüsse abgeben. Prinzipiell ist das gegen mehrere Gegner eine effektivere Waffe.

Benötige ich eine Waffenbesitzerlaubnis?

Nein, wenn es sich um Abwehrspray handelt, das gegen die Tierabwehr zugelassen ist, dann benötigt ihr keine Waffenbesitzerlaubnis oder einen Waffenschein.

Reizgas, Tränengas, CS-Gas, Pfefferspray – wo liegt der Unterschied?

Wie bereits oben beschrieben besteht der Unterschied im Reizstoff, der enthalten ist. Letztendlich ist Pfefferspray zur Tierabwehr das legale und gängigste Abwehrspray.

Ab welchem Alter ist Pfefferspray erlaubt?

Bei der Beantwortung der Frage kommt es genau darauf an, welcher Reizstoff im Abwehrspray vorhanden ist. Wenn das Pfefferspray zur Tierabwehr gekennzeichnet ist, unterliegt es prinzipiell keiner Altersbeschränkung (Quelle Wikipedia 2018/ 12 https://de.wikipedia.org/wiki/Pfefferspray)

Achtung: Unsere Inhalte wurde sorgfältig erstellt, jedoch ändern sich rechtliche Normen und einige sind Auslegungssache. Wir können auf die folgenden Informationen keine Gewähr übernehmen, für eine rechtssichere Beratung sucht bitte einen Anwalt auf. Stand: 12/ 2018

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Letzte Aktualisierung am 10.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API