Eine Methode des Selbstschutzes bilden die Schreckschusswaffen, auch als Gaspistole bekannt – ohne einen Waffenschein können diese jedoch nicht erworben und genutzt werden. Diese sind für einen Laien auf den ersten Blick nicht von einer echten Pistole zu unterscheiden und können deshalb durchaus schon einmal zur Verwechslung führen.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Ihr könnt eine Gaspistole kaufen sobald ihr 18 Jahre seid
  • Zum Führen der Waffe benötigt ihr einen kleinen Waffenschein, diesen müsst ihr immer dabei haben
  • Eine Schreckschusswaffe ist eine effektive Möglichkeit zur Selbstverteidigung.
  • Ihr müsst bestimmte Regeln beim Transport, Lagerung und dem Führen der Waffe beachten.
  • Lest dazu mehr im Folgenden
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Gaspistole kaufen: nur mit PTB Siegel

Eure Schreckschusswaffe muss zudem ein PTB Zeichen beinhalten, sonst unterliegen sie der Erlaubnispflicht wie echte Waffen und erfordern einen Eintrag in die Waffenbesitzkarte. Ebenfalls ist es wichtig zu wissen, dass die Gaspistolen in der Öffentlichkeit zwar unter bestimmten Umständen mitgeführt, aber nicht abgefeuert werden dürfen – außer im Fall von Notwehr. Eine Zuwiderhandliung kann sehr teuer werden.

Das Erwerben der Schreckschusspistole ist legal, sobald Ihr 18 Jahre alt seid. Hier gibt es keine weiteren Grenzen. Ihr benötigt für den Kauf auch keinen Waffenschein oder ähnliches.

Achtet also zwingend auf dieses Siegel. Lest euch am besten die FAQ der Polizei Sachsen durch

Kleiner Waffenschein: Voraussetzung zum Mitführen

Mit der Reform des Waffengesetztes nach dem Amoklauf an der Schule in Erfurt hat man einen sogenannten „kleinen Waffenschein“ eingeführt, der zum öffentlichen Führen von Gas-, Reizstoff- und Schreckschusswaffen berechtigt. Er ist also für eine Reihe von Selbstverteidigungswaffen zwingende Voraussetzung.

  • Diesen könnt Ihr beantragen und bekommt ihn in der Regel auch, wenn Ihr volljährig seid und frei von Vorstrafen sowie Drogen, Sachkunde im Umgang, ein Bedürfnis sowie eine persönliche Eignung nachweisen könnt.
  • Den kleinen Waffenschein braucht Ihr unbedingt, wenn Ihr eine Gaspistole außerhalb der Wohnung mit euch führen möchtet. Selbst für das Mitführen im Handschuhfach vom Auto wird der kleine Waffenschein benötigt, da das Auto nicht als „befriedetes Besitztum“ gilt.
  • Ein unerlaubtes Mitführen würde einen Verstoß gegen §42a des WaffG bedeuten, welcher das Führen von Anscheinswaffen verbietet. Spart Euch diese Vorstrafe mit hoher Geldbuße und gebt lieber einen zweistelligen Betrag für den Gaspistole Waffenschein aus, wenn Ihr darauf nicht verzichten wollt.
  • Bei öffentlichen Veranstaltungen gilt nach §42 WaffG ein generelles Verbot des Führens von gefährlichen Gegenständen. Man wird Euch mit Schreckschusswaffen also nicht in eine Konzerthalle lassen.

Transport und Lagerung

Eine Waffe ist so aufzubewahren, dass weder unbefugte noch Kinder an die Waffe gelangen können. Dafür gibt es ganz konkrete Voraussetzungen, die in § 36 WaffG i.V.m. §§ 13, 14 AWaffV geregelt sind. Informiert euch am besten vor dem Erwerb darüber.

Eine Schreckschusswaffe darf eine Person ab 18 Jahren (ohne Waffenschein) nur in einem verschlossenen Behältnis transportieren. Dabei muss Munition und Waffe in getrennten Beähltnissen transportiert werden. Es ist nicht dasselbe wie eine Waffe „zu führen“

Abfeuern von Gaspistolen

Das Abfeuern von Signalwaffen ist in der Öffentlichkeit nicht erlaubt, ihr dürft lediglich auf einem Privatgrundstück abfeuern. Auch an Sylvester ist es nicht gestattet in der Öffentlichkeit Pyrotechnik abzufeuern.

Der Sportschützenverein ist eine verbleibende Möglichkeit eure Schreckschusswaffe abzufeuern. Im Rahmen der Notwehr dürft ihr sie ebenfalls benutzen.

Im Video: Waffen-Test & rechtliche Situation

Falls Ihr euch auf Youtube ein paar weitere hilfreiche Videos rund um das Thema Schreckschusswaffen ansehen möchtet, werdet ihr hier fündig. Erfahrt mehr über die rechtliche Situation, wie die Waffen im Einsatz aussehen und was es noch zu beachten gilt:

Vergleich und Test: Welche ist die beste Schreckschusspisole zur Verteidigung?

Rechtliche Situation zur Schreckschusswaffe: Was ist erlaubt, was nicht?

Wie ein Einbrecher mit einer Schreckschusswaffe vertrieben werden kann.

Gaspistole als effektive Selbstverteidigungswaffe einsetzen

Gaspistolen verleihen dem Besitzer ein höheres Selbstvertrauen, aber das ist auch gerechtfertigt, denn sie

Die abschreckende Wirkung einer Pistole

Der erste große Vorteil der Schreckschusswaffen ist, dass Euch diese Waffen allein schon durch ihre Anwesenheit schützen können, indem Ihr Anblick einen Angreifer verschreckt. Viele Menschen bekommen Angst, wenn sie eine Waffe erblicken, besonders, wenn der Täter nicht mit Gegenwehr gerechnet hat. Auch bei einem Schreckschuss werden viele durch den Knall abgeschreckt.

Einsatz erfordert keine Kraft

Der große Vorteil an einer Schreckschusspistole ist, dass Ihr keine körperlichen Voraussetzungen braucht, um diese bedienen zu können. Die Benutzung braucht weder viele Kraft, noch besondere Geschicklichkeit. Die Waffe selbst wiegt in der Regel zwischen 500 und 1000 Gramm plus Patronen, also ungefähr so viel wie eine Tüte Zucker. Sie stellt somit besonders für gebrechliche Personen eine effektive Methode dar, sich zu schützen.

Effektiv auch gegen mehrere Gegner

Die Effektivität der Verteidigung ist wohl kaum in Frage zu stellen. Die Waffe kann gegen Jedermann benutzt werden und erzielt auch gegen körperlich überlegene Personen gute Effekte. Selbst bei einem Angriff einer Gruppe von Tätern könnt Ihr damit möglicherweise für Eindruck sorgen. Da das Pistolenmagazin meist 7 bis 15 Schuss fasst, ist nicht nach dem ersten Täter Schluss. Beim Revolver sind es bautechnisch bedingt normalerweise nur 5 oder 6 Schuss.

Arten von Munition: CS-Gas & Co.

Wie oben erklärt, zündet die Patrone der Signalwaffe wie bei einer echten Waffe. Hier gibt es allerdings 3 verschiedene Munitionsarten:

Platzpatronen

Platzpatronen haben keine Wirkung, sondern knallen lediglich, sind also zur Selbstverteidigung nicht geeignet. Natürlich sollte der Lauf in die Luft ragen und nicht auf Menschen gezielt werden, da möglicherweise Rückstände der Patrone verschossen werden.

Patronen mit CS Gas

CS Gas wirkt reizend auf Augen und Schleimhäute. Der Reizstoff sorgt für eine schmerzhafte Reizung der Augen und anderer offener Stellen, ein Brennen in Mund- und Nasenraum und eine starke Reizung der Atemwege, auf die in der Regel ein schwerer Hustenanfall folgt.

Pfefferpatronen

Pfefferpatronen enthalten den gleichen Wirkstoff wie ein Pfefferspray und brennen auf Schleimhäuten und normaler Haut. Wenn Eure Patronen Pfeffer enthalten, wirkt dieser Wirkstoff gezielt auf die Stellen des Körpers, an denen er am besten eindringen kann, also überwiegend gegen Schleimhäute und offene Wunden, im Falle von Pfefferpatronen aber auch auf die Haut bzw. das Gesicht.

Pyrotechnik

Bedenkt, wenn Ihr Euch eine Gaswaffen kaufen wollt, dass mit manchen Modellen von Schreckschusswaffen auch pyrotechnische Munition verschossen werden kann. Weil diese allerdings mehr zu einem 50. Geburtstag geeignet ist als zur Selbstverteidigung und im Ernstfall gegen einen Menschen schwerste Verbrennungen anrichten würde, werden wir darauf hier nicht näher eingehen.

Funktionsprinzip der Schreckschusswaffen

Das grundsätzliche Funktionsprinzip der Schreckschusswaffen gleicht dem einer echten Pistole. Ihr legt ein Magazin mit Patronen ein, beim Auslösen des Abzugs schlägt ein Hammer auf die Patrone und bringt damit das Zündhütchen zur Explosion.

Im Gegensatz zu einer scharfen Pistole allerdings besteht das Geschoss hier nicht aus der eigentlichen Patrone, sondern aus einem Gas oder Gasgemisch, welches aus der Patrone austritt. Die Reichweite variiert hierbei nach dem jeweiligen Modell, in der Regel zeigt die Gaspistole Wirkung zwischen 2 und 6 Metern.

Bei Pistolen sorgt der Druckaufbau im Lauf für das Einlegen der nächsten Patrone, bei einem Revolver dreht Ihr die Trommel mit dem Auslösen des Abzugs weiter und die Waffe ist automatisch wieder schussbereit.

Gefahren beim Einsatz

Beim Einsatz von Gaspistolen besteht Gefahr für den Angreifer, Mitmenschen, aber euch selbst. Die Wesentlichen möchten wir im Folgenden aufführen.

Abfeuern im geschlossenen Raum

Als erstes, da Ihr es hier mit einer Gaswaffe zu tun habt, gilt es, die Umgebung zu beachten. Bei der Verwendung in einem geschlossenen Raum beispielsweise kann die Gaspistole Wirkung zeigen, mit der Ihr ein wenig über das Ziel hinausschießt. Je nach Größe, Höhe und Beschaffenheit des Raumes kann das Gas viele anwesende Menschen in Mitleidenschaft ziehen und Euch sogar selbst mit treffen.

In einem kleineren Raum mit beispielsweise mit 3 mal 3 Metern wäre das Abfeuern einer Schreckschusswaffe fatal für alle Anwesenden. In diesem Fall kommt es dann wohl darauf an, wessen Körper weniger empfindlich auf den Reizstoff reagiert und zuerst wieder einsatzbereit ist, aber dieses Risiko solltet Ihr lieber nicht eingehen und wenn möglich direkt die Flucht ergreifen bzw. wendet euch schnell ab.

Achtung vor der Windrichtung

Die nächste Gefahr geht von der Luft aus. Wenn Ihr Euch im Freien befindet, solltet Ihr die Windrichtung beachten, bevor Ihr den Abzug drückt. Ein starker Gegenwind, auch ein plötzlicher Windstoß, kann bewirken, dass Ihr die gleiche Ladung abbekommt oder sogar mehr Schaden nehmt, als Euer Angreifer.

Das Gleiche gilt für einen Schuss aus zu kurzer Entfernung, wenn die Gase nicht ungehindert austreten können, sondern vor dem Lauf gestaut werden. Eingeschränkten Schutz vor dieser Gefahr erhaltet Ihr dadurch, dass Ihr vor dem Auslösen tief einatmet, beim Drücken des Abzugs mit der freien Hand Mund und Nase zuhaltet und Euch dann sofort ein paar Schritte entfernt. Dem Tränen der Augen könnt Ihr damit nicht entgehen, aber vielleicht dem Hustenanfall.

Verletzung Mitmenschen & Angreifer

Eine weitere Gefahr ist, wie oben schon angedeutet, die Verletzung Eures Gegenübers. Das Problem des hohen Drucks von Schreckschusspistolen ist, dass dieser auf kurze Entfernungen sehr gerichtet und punktgenau auftrifft. Somit sind besonders schwache Stellen am Körper gefährdet, welche druckempfindlich reagieren.

Diese Gefahr solltet Ihr nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn selbst gegen den Oberkörper kann die Gaspistole Wirkung auf physikalischer Basis zeigen. Das bedeutet, dass Ihr beispielsweise bei einem Treffer in die Magengegend innere Verletzungen hervorrufen könntet.

Es gibt diverse Videos im Internet, die diese Kräfte anhand von Gegenständen zeigen. Bei einem Treffer von Kopf oder Hals sind derartige schwere Verletzungen sogar sehr wahrscheinlich und auch der Tod des Angreifers ist nicht ausgeschlossen. Bei einem Schuss aus naher Entfernung ins Gesicht, werden Verbrennungen entstehen bzw. eine Erblindung, Taubheit etc. eintreten. Benutzt die Gaspistole also wirklich nur als letzten Ausweg im Rahmen der Notwehr.

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FAQ zu Schreckschusswaffen

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von häufig gestellten Fragen rund um Schreckschusswaffen.

Welche Strafe bekommt man wenn man den Waffenschein nicht dabei hat?

Ein unerlaubtes Mitführen würde einen Verstoß das Waffenrecht bedeuten, welcher das Führen verbietet. Spart Euch diese Vorstrafe mit hoher Geldbuße bzw. einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren (Stand 2018/ 11), es kommt auch auf eure Vorgeschichte an. Gebt lieber einen zweistelligen Betrag für den Gaspistole Waffenschein aus, wenn Ihr darauf nicht verzichten wollt.

Wo kann man mit Schreckschusswaffen üben?

Trotz aller Effektivität und Einfachheit in der Bedienung solltet Ihr allerdings in einem ruhigen Moment üben (natürlich dort wo es erlaubt ist, beispielsweise im Sportschützenverein mal nachfragen), wie Ihr die Waffe entsichert und abfeuert. Generell gibt es nicht viel falsch zu machen, aber jede Sekunde, in der Ihr die Sicherung sucht, kann in einem Ernstfall eine Sekunde zu viel sein. Außerdem sollte die Gaspistole nicht leichtfertig zum Einsatz kommen.

Schreckschusswaffen auch gegenüber mehreren Gegnern effektiv?

Schreckschusswaffen können, wenn sie korrekt eingesetzt werden, mehrere Gegner in Schach halten. Zudem können sich damit auch schwache Personen verteidigen. Allerdings gilt es stets die Anforderungen und die Pflichten zum Mitführen von Waffen zu beachten. Weitere Tipps könnt Ihr auch in unserem Selbstverteidigungswaffen Vergleich über andere Waffen informieren.

Reichweite von Schreckschusswaffen?

Da die Reichweite mehrere Meter beträgt, geschieht das Abfeuern mit einem sehr hohen Druck. Dieser Druck kann, auf kurze Entfernungen angewendet, mehr als nur Hämatome verursachen. Bedenkt das im Ernstfall, denn ein Schuss aus wenigen Zentimetern Entfernung könnte beispielsweise Finger brechen oder Genitalien zerquetschen. Bei einem Schuss solltet ihr nach Möglichkeit einen gewissen Mindestabstand einhalten, da das Mündungsfeuer auch noch zu bedenken ist.

Verwechslungsgefahr mit normalen Waffen?

Weiterhin kann die Polizei eine Schreckschusswaffe nur kaum von einer echten Waffe unterscheiden. Solltet Ihr in der Öffentlichkeit eine Schreckschusspistole in der Hand haben und es kommt zu einem Polizeieinsatz, kann das ganz schlimme Konsequenzen haben. Da die Polizisten Eure Pistole verwechseln und von ihrer Waffe gebraucht machen könnten.

Wie lange hält die Wirkung an?

Die Wirkung von Pfefferpatronen hält in der Regel etwa 30 bis 40 Minuten an, bei CS Gas ein wenig kürzer. Rechnet aber auch damit, dass der Gegner nicht vollends bewegungsunfähig wird. Wenn er das Gasgemisch nicht einatmet, sondern nur auf die Haut bekommt, bleibt er möglicherweise sogar kampffähig. Die Schreckschussrevolver sind also kein sicherer „Ausschalter“.

Es kommt also ganz klar darauf an, ob der Angreifer das CS Gas bzw. Pfefferpartikel eingeatmt hat bzw. überhauot etwas abbekommen hat.

Was tun wenn eine Entwaffnung droht?

Das Gegenteil kann natürlich auch eintreten und der Täter versucht Euch zu entwaffnen oder zieht eine eigene Waffe. Eine Reaktion jedenfalls werdet Ihr bekommen, wenn Ihr die Waffe zeigt.

Wenn ihr also in Gefahr seid und euch um euer Leben fürchtet, solltet ihr bereit sein die Waffe zu ziehen und auch einzusetzen.

Wie teuer ist eine gute Schreckschusspistole?

Wir empfehlen euch nicht das günstigste Gerät zu kaufen, sondern zu einem Markenhersteller zu greifen. Bekannt sind hierbei unter anderem Walther, Colt, Browning. Ihr solltet für den Kauf etwa eine Summe von 120€ einplanen. Die meisten Modelle liegen in der Preisspanne zwischen 100 und 200 Euro.

Revolver oder Pistole?

Letztendlich ist es egal, ob ihr zu einem Revolver oder einer Pistole greift. Beide erfüllen in aller Regel zuverlässig ihren Dienst. Ein Revolver ist allerdings noch weniger fehleranfällig, was Ladehemmungen anbelangt. Auf der anderen Seite hat eine Pistole mehr Patronen im Magazin. Die Handhabung ist mit beiden einfach, es gibt eine Patronenkammer, eine Sicherung und einen Abzug.

Achtung: Unsere Inhalte wurde sorgfältig erstellt, jedoch ändern sich rechtliche Normen und einige sind Auslegungssache. Wir können auf die folgenden Informationen keine Gewähr übernehmen, für eine rechtssichere Beratung sucht bitte einen Anwalt auf. Stand: 11/ 2018

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Letzte Aktualisierung am 10.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API