Selbstverteidigungs­waffen: Vergleich, Legalität & Ratgeber

In anderen Ländern ist es üblich, dass jeder Bürger eine Schusswaffe besitzt. In Deutschland sind die Situation und auch die Gesetzgebung eine andere. Aber auch hier könnt ihr eine Reihe von Selbstverteidigungswaffen nutzen. Wir stellen euch Waffen zur Selbstverteidigung vor, die legal und effektiv sind. Mehr dazu im Folgenden.

Selbstverteidigungswaffen für zuhause & Unterwegs

Nicht nur Selbstverteidigungswaffen für Frauen sind gefragt. Verbrechen passieren zuhause in Form von Einbrüchen, Gewalt durch den Lebenspartner oder unterwegs bei einem Kneipenbesuch. Daher solltet ihr in jeder Situation wehrhaft sein. Nicht nur mit Waffen, denn ihr könnt sie nicht immer mit euch führen bzw. einsetzen. Mit einem Selbstverteidigungskurs oder einer Kampfsportart, könnt ihr euch wehren und bleibt fit.

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...aller Frauen ändern aus Angst ihr Verhalten (bspw. meiden bestimmte Gebiete).

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...Frauen, die bis zum 15. Lebensjahr sexuelle/ körperliche Gewalt erlebt haben...

Anzahl registrierter Straftaten in DE (2019)

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Selbstverteidigungswaffen erlaubt: Ja, es gibt einige Waffen zur Selbstverteidigung, die ihr bei Amazon kaufen könnt. Bei einigen ist ein Altersnachweis (18 Jahre) erforderlich.
  • Tragen & Nutzen legal: Hier wird die Lage kompliziert. Manche dürft ihr nicht euch führen bzw. nur mit einem kleinen Waffenschein. Andere müssen verschlossen transportiert werden.
  • Effektive Waffen: Es gibt durchaus effektive Selbstverteidigungswaffen. Pfefferspray schaltet einen Angreifer erstmal aus und ihr habt Zeit zur Flucht. Mit anderen müsst ihr umgehen können, damit sie effektiv sind (bspw. ein Kubotan).
  • Heimverteidigung: Für die Absicherung eurer Wohnung gibt es Alarmanlagen, aber auch eine Reihe von Waffen, die gegen Einbrecher gut geeignet sind.
  • Für Frauen: Bspw. beim Joggen könnt ihr einen Schrill-Alarm mit euch führen, der Alarm vertreibt viele Angreifer. Weiterhin gibt es noch andere geeignete Waffen.

Selbstverteidigungs­waffen Liste

Hier findet ihr eine Übersicht an freien Selbstverteidigungswaffen. Nicht jede Waffe ist euch geeignet. Da ihr bei manchen Verteidigungswaffen in den Nahkampf müsst, andere lassen sich aus der Ferne anwenden. Innerhalb der Beiträge erhaltet Ihr Hintergrundinforationen zur Eignung sowie zum Erwerb, Transport und Besitz.Mehr dazu weiter unten im Waffen-Vergleich.

Welche Waffen für Frauen, Kinder & Senioren?

Selbstverteidigungswaffen für Frauen

Grundsätzlich eigenen sich alle der gezeigten Waffen zur Selbstverteidigung für Frauen – wenn man damit umgehen kann. Besonders empfehlenswert sind hierbei:

  • Pfefferspray: Denn so können sich auch körperlich schwächere Frauen zur Wehr setzen.
  • Schreckschusspistole: Durch eine höhere Reichweite und abschreckende Wirkung seid ihr hierbei wehrhaft.
  • Schrillalarm: Wenn ihr in einer Notsituation seid, könnt ihr schnell auf eure Situation aufmerksam machen.
  • Elektroschocker: Verschafft euch Zeit zur Flucht, muss aber im direkten Kontakt eingesetzt werden.
  • Kubotan: Muss vorher geübt werden, ist aber klein, handlich und kann eigentlich immer mitgenommen werden.

Allerdings haben alle Waffen einen Nachteil: Sie sind nicht immer griffbereit, brauchen ggf. Munition oder können gegen euch eingesetzt werden. Daher sollte ihr zusätzlich noch einen Selbstverteidigungskurs belegen.

Selbstverteidigungswaffen für Senioren

Für körperlich schwächere Menschen sollte eine Waffe den Angreifer auf Distanz halten und die Möglichkeit zur Flucht bieten. Wir empfehlen daher:

  • Pfefferspray: Im Rahmen der Notwehr können mehrere Angreifer kampfunfähig gemacht werden und es kann aus ein paar Metern Entfernung eingesetzt werden.
  • Schrillalarm: Der Taschenalarm ist intuitiv und schlägt die meisten Angreifer in die Flucht und macht Passanten auf euch aufmerksam.
  • Defence-Regenschirm: Kann als Alltagsgegenstand genutzt werden und zudem bei einem Angriff hilfreich sein.

Von Messern, Schreckschusspistolen würden wir eher abraten, da die Waffe gegen euch eingesetzt werden kann und die Handhabung etwas komplizierter ist.

Selbstverteidigungswaffen für Kinder

Die Antwort ist einfach: Keine. Denn es ist zu gefährlich, dass die Situation dadurch nur eskaliert. Zudem sind Kinder ggf. nicht in der Lage eine ernste Situation von einer ärgerlichen Situation mit anderen Kindern zu trennen.

Etwas anders sieht es aus, wenn die Kinder bereits etwas älter sind. Jugendliche sollten aber zunächst einen Kampfsport ausüben. Wenn es konkrete Gefahren gibt, können diese Selbstverteidigungswaffen ggf. erklärt, geübt und genutzt werden:

  • Schrillalarm: So können die Jugendliche auf ihre Notsituation aufmerksam machen.
  • Pfefferspray: Tierabwehrspray fällt nicht unter das Waffenrecht und hat in dem Sinne kein Mindestalter (Reizgas gegen Menschen ist hingegen erst ab 14 Jahren erlaubt).

Ganz wichtig ist aber zunächst mit den Jugendlichen über Gefahrensituationen zu sprechen. Schritte der Eskalation festzulegen, die Flucht und Hilfesuche an erster Stelle stehen. Auch Notrufnummern sollten bekannt sein.

Waffen zur Heimverteidigung

Die eigenen vier Wände und die Liebsten in der Umgebung möchte man in Sicherheit wissen.

  • Einbruchschutz: An erster Stelle sollte der Einbruchschutz stehen. Wenn Schwachstellen, wie Fenster und Türen gesichert sind, hat ein Einbrecher schweres Spiel.
  • Alarmanlagen: Verschaffen ungewollte Aufmerksamkeit und bewegen Einbrecher zur Flucht. Zudem wird bei einem Alarm (je nach Einstellung) auch die Polizei verständigt.
  • Waffen: Reizgas wirkt beim Einsatz in engen Räumen gegen euch selbst. Greift daher besser zu einer Steinschleuder, Schlagstock oder einer RAM-Pistole, um den Einbrecher zu vertreiben.

Selbstverteidigungswaffen Vergleich

Welche Waffen zur Selbstverteidigung sind besonders effektiv und gegen wie viele Gegner kann man sich dagegen verteidigen? Wir haben uns an einen Vergleich gewagt und versuchen aufzuzeigen, worin sie sich unterscheiden.

Welche Selbstverteidigungswaffen sind in Deutschland erlaubt?

Einige, es gibt legalen Waffen zur Verteidigung. Allerdings sind nicht alle frei verfügbar und ihr dürft diese auch nicht zwangsläufig mit euch führen:

  • Einige davon sind erst ab 18 Jahren erhältlich (bspw. eine RAM Pistole, Schreckschusspistole).
  • Manche davon dürft ihr nur mit einem kleinen Waffenschein mit euch führen (bspw. eine Schreckschusswaffe)
  • Ohne Übung könnt ihr mit manchen Selbstverteidigungswaffen nichts anfangen (bspw. ein Kubotan)

Wie effektiv sind die Waffen im Einsatz?

Man muss ein wenig zwischen den Arten der Selbstverteidigungswaffen unterscheiden:

  • Fernwaffen: Mit einer Steinschleuder, Armbrust, RAM-Pistole können Kugeln bzw. Pfeile verschossen werden. Wenn man treffen kann (geht nicht ohne Übung), sind diese Waffen mitunter tödlich oder richten üblen Schaden (beispielsweise Blindheit usw.) an.
  • Pfeffer und Reizgas: Pfefferspray, CS-Gas und Schreckschusspistolen verbreiten einen Sprühnebel aus Gas bzw. eine Pfefferwolke. Dadurch fällt das Atmen schwer, die Augen brennen – kurz gesagt für ein paar Minuten ist man außer Gefecht.
  • Blendung: Mit einer Verteidigungs-Taschenlampe wird der Angreifer aus der Entfernung geblendet. Im Idealfall ist er dann für kurze Zeit orientierungslos und ihr habt Zeit für eine Flucht.
  • Nahkampf: Wenn der Angreifer bis auf 2 Meter in eurer Nähe ist, sind Nahkampfwaffen gefragt. Das können mitunter diese sein: Messer, Schlagstock, Verteidigungsregenschirm, Kubotan oder ein Elektroschocker. Wie effektiv die Wirkung ausfällt, hängt ganz vom Treffer und davon ab, ob ihr damit umgehen könnt.

Achtung: Waffen sind keine Spielzeuge und dienen nur zur Selbstverteidigung! Davon abgesehen müsst ihr auch bedenken, dass ihr nicht alle Waffen in der Öffentlichkeit mit euch führen dürft.

Anzahl: Kann man sich gegen mehrere Gegner wehren?

In einer Notsituation ist man nicht immer nur einem Gegner ausgesetzt. Sollten es mehrere sein, sollte die Selbstverteidigungswaffe auch hierbei eine Hilfe darstellen.

  • Magazin-Größe: Pfefferspray ist zwar gut zur Verteidigung, aber auch schnell leer. Eine Dose reicht für ein paar kurze Sprühstöße. Auch das Magazin einer Schreckschusspistole ist nach kurzer Zeit erschöpft.
  • Entfernung: Mit einer Fernwaffe habt ihr hier definitiv einen Vorteil, da ihr auch über ein paar Meter hinweg verteidigen könnt. Wenn noch nicht alle Angreifer bei euch sind.
  • Nahkampfwaffen: Hier habt ihr zumeist keine Limitierung in der Magazingröße. So kann ein Kubotan, Schlagstock etc. solange es die Kraft zulässt eingesetzt werden.
  • Versteckte Waffen: Auch bei einem Elektroschocker seid ihr eigentlich nur gegen einen Gegner in Sicherheit. Denn sobald ihr ihn eingesetzt habt, werden die anderen Angreifer auf die Waffe aufmerksam und weichen aus.
  • Lauter Alarm: Eine laute Sirene kann hierbei natürlich gegen eine beliebige Anzahl an Gegnern eingesetzt werden.

Reichweite: Wie weit wirken die Waffen?

Gerade wenn mehrere Angreifer abzuwehren sind oder sich eine Situation zuspitzt, kann eine höhere Reichweite Vorteile bei der Verteidigung bieten.

  • Fernwaffen: Bei Armbrüsten, Steinschleudern, Wurfgegenstände, RAM-Pistolen verlängert sich die Reichweite deutlich. Aber die Frage ist, wisst ihr bereits aus 30 Metern Entfernung, dass es sich um einen Angreifer handelt?
  • Mittlere Entfernung: Pfefferspray und Schreckschusswaffen können auch bei einer Entfernung von bis zu 5 Metern eingesetzt werden.
  • Blendung bei mittlerer Entfernung: Die Blendung mit der Lampe ist bis zu 3 Metern besonders effektiv und bis zu 5 Meter noch wirksam (Modellabhängig).
  • Verlängerter Nahkampf: Wenn es zu einem Nahkampf kommt, geht es oft um Zentimeter. Hier kann ein Schlagstock oder ein Selbstverteidigungsschirm den entscheidenden Unterschied machen.
  • Keinen Vorteil: Bei Waffen in der Hand habt ihr kaum einen Reichweitenvorteil.

Wartung: Wie lange ist die Selbstverteidigungswaffe haltbar?

Nicht alle Selbstverteidigungswaffen sind unbegrenzt haltbar. Daher sollten bei manchen Waffengattungen die Batterien oder die ganze Waffe ausgetauscht werden:

  • Batterien: Bei Elektroschockern, Taschenlampen und Taschenalarmen sollten sicherheitshalber in regelmäßigen Abständen die Batterien getauscht werden. In etwa einmal im Jahr.
  • Wartung: Bei Elektronischen und mechanischen Geräten, wie Pistolen, müssen die Teile gewartet und geölt werden.
  • Keine Wartung: Bei Schlagstöcken etc. ist natürlich keine Wartung oder Pflege erforderlich.
  • Tauschen: Ganz austauschen sollte man Pfefferspray nach ein paar Jahren. Das Treibmittel kann entweichen, wodurch der Druck nachlässt.

Überraschungseffekt: Sieht man die Waffe?

Ist eine Waffe als solche erkennbar, könnte der Gegner zu drastischen Mitteln greifen, außerdem geht das Über­ra­schungs­mo­ment verloren, der für eine Flucht sehr wichtig sein kann.

  • Größe: Aufgrund der Größe mancher Waffen (Baseballschläger) ist das Verstecken unmöglich. Manche Selbstverteidigungsmittel werden aber nicht als Waffe erkannt, wie der Selbstverteidigungsschirm.
  • In der Hand: Die meisten anderen Selbstverteidigungswaffen werden in der Hand gehalten und sind so lange verdeckt und nicht sichtbar, bis ihr sie herausholt.

Aber euch sollte eines klar sein: Wenn ihr angegriffen werdet, ist der Überraschungseffekt ohnehin leider auf Seiten des Angreifers. Daher ist dieser Faktor zu vernachlässigen.

Beschaffung: Wie einfach könnt ihr Selbstverteidigungswaffen kaufen?

In Deutschland sind die allermeisten Waffen einfach zu kaufen:

  • Ohne Beschränkung: Pfefferspray zur Tierabwehr unterliegt keinen Altersbeschränkungen. Auch ein Baseballschläger ist ein Sportgerät und damit frei für jeden zu erwerben.
  • Mit Altersbeschränkung: Die restlichen Selbstverteidigungswaffen können online bestellt werden und erfordern zumeist die Volljährigkeit (18 Jahr).

Aber Vorsicht: Nur weil ihr die Waffen einfach so kaufen könnt, dürft ihr sie auch in der Öffentlichkeit führen oder zuhause einfach so lagern. Hier gilt es ein paar Dinge zu beachten, beispielsweise das getrennte Lagern von Schusswaffe und Munition oder das ein kleiner Waffenschein zum Führen von Schreckschusswaffen erforderlich ist.

Kosten: Wie teuer sind Waffen zur Selbstverteidigung?

Die Preise variieren von Modell zu Modell, jedoch werden im Schnitt etwa die folgenden Kosten für ein hochwertiges Modell entstehen.

  • Bis 20 Euro: Lassen sich Kubotan, Pfefferspray, Taschenalarm, Steinschleuder und kleinere weitere Waffen erwerben.
  • Bis 60 Euro: Hier erhaltet ihr eine Selbstverteidigungstaschenlampe oder einen Elektroschocker
  • Bis 150 Euro: Hier könnt ihr eine Schreckschusspistole, Armbrust, RAM-Pistole oder einen Schirm zur Verteidigung erwerben.

Natürlich schwanken die Preise je nach Hersteller.

Fazit: Beste Waffe zur Selbstverteidigung

Bei den Selbstverteidigungswaffen lässt sich keine ganz so eindeutige Aussage treffen, denn die Selbstverteidigungswaffen können nicht von jedem im selben Maße eingesetzt werden. Zudem unterscheidet sich die Wirksamkeit nach Umgebung und Entfernung der Anwendung. Das heißt, es gibt geeignete Waffen je nach Zielgruppe:

FÜR FRAUEN: Ein Pfefferspray und ein Taschenalarm sind eine sinnvolle Ergänzung für eine Frauenhandtasche oder eine Jackentasche. Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie sind effektiv im Ernstfall, günstig in der Beschaffung und können bei Anwendung die Möglichkeit zur Flucht bieten und das muss das Ziel sein.

FÜR JUGENDLICHE: Insgesamt raten wir ab, Kindern und Jugendlichen Waffen auszuhändigen – einzig empfehlenswert ist der Taschenalarm. Besser ist es eine Kampfsportart zu erlernen.

FÜR MÄNNER:Auch für Männer bietet sich ein Pfefferspray und ein Taschenalarm an. Sollte ein gewisses Maß an Training und Kraft vorhanden sein, stellt auch ein Kubotan sowie ein Verteidigungsregenschirm eine sinnvolle Ergänzung dar.

Welche Verteidigungswaffen gibt es?

  1. Verteidigungsschirm: Der Schirm kann zwar überall mitgenommen werden, jedoch ist ein verdecktes Tragen aufgrund der Größe unmöglich. Die Effektivität ist bei entsprechender Schlagkraft hoch, der Preis leider auch.
  2. Taktische Taschenlampe: Der Effekt der Blendung ist besonders in dunklen Umgebungen effektiv und bietet eine Fluchtmöglichkeit. Die zusätzliche Option der Nutzung als Waffe macht die Taschenlampe vielseitig. Sie kann als gewöhnliches Utensil überall getragen werden, die Batterien entladen sich jedoch mit der Zeit.
  3. Pfefferspray: Die Effektivität bei einem Treffer ins Gesicht ist hoch, jedoch wird der Gegner nicht komplett ausgeschaltet. Dafür kann das Spray unauffällig getragen und sogar mehrfach verwendet werden. Die Reichweite beträgt zwischen 2 und 5 Metern.
  4. Elektroschocker: Die mit dem PTB-Siegel ausgezeichneten Elektroschocker haben leider nur eine geringe Wirkung, da diese gesundheitlich unbedenklich sein muss. Der Preis ist verhältnismäßig hoch und die Akkus können sich bei Nichtbenutzung entladen.
  5. Gaspistole: Der Knall und die Gaswirkung können mehrere Gegner verschrecken oder unschädlich machen. Wir haben eine Begrenzung auf 3 Gegner gewählt, weil der Schutz des Gesichts mit den Händen den Großteil des Effekts abwehren kann, was die Angreifer aus Reflex tun werden.
  6. Kubotan: Der Kubotan ist eine effektive Nahkampfwaffe, welche überall mitgeführt werden kann. Der Nachteil ist, dass eine große körperliche Fitness und sogar etwas Training nötig ist, um damit umzugehen.
  7. Schrillalarm: Der Alarm setzt den Gegner zwar nicht endgültig außer Gefecht, kann aber durch einen Schreck eine Chance zur Flucht ermöglichen. Dafür wird er meist nicht als Waffe erkannt und kann somit überall und uneingeschränkt getragen werden.

Achtung: Das solltet Ihr bei Waffen beachten

Es gibt bei Selbstverteidigungswaffen, bzw. generell bei Waffen, aus gutem Grund ein engmaschiges Regelwerk. Relevante Regelungen sind in unterschiedlichen Gesetzbüchern festgehalten, unter anderem im Völkerrecht, dem Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Strafgesetzbuch sowie dem Waffengesetz.

Die Regelungen in Bezug auf Selbstverteidigungswaffen beziehen sich vorwiegend auf Erwerb, Transport, Lagerung und natürlich dem Einsatz.

Illegale Waffen: Hände weg - diese Waffen sind verboten!

Illegale Waffen

Seid beim Einkauf vorsichtig und informiert euch über den jeweiligen Waffentyp. Denn es gibt auch Waffen, die illegal sind.

  • Im Waffengesetz sind Waffen definiert, deren Besitz grundsätzlich illegal ist. So ist es in Deutschland verboten bestimmte Kriegswaffen zu besitzen.
  • Auch Waffen die in Deutschland eigentlich legal sind, beispielsweise eine taktische Taschenlampe, kann illegale Zusatzfunktionen haben. So ist eine taktische Taschenlampe mit einer Elektroschocker-Funktion verboten.
  • Weiterhin gibt es eine Reihe von Waffen deren Besitz generell untersagt ist, exemplarisch seien hier Butterfly Messer oder sogenannte Elektroschocker ohne PTB Siegel genannt.

Unsere Empfehlung lautet daher: Findet eine geeignete Selbstverteidigungswaffe für Euch und informiert Euch spezifisch zu diesem Modell hinsichtlich Legalität und verbotenen Ausführungen.

Erwerb: Das müsst Ihr beim Kauf beachten

Erwerb von Selbstverteidigungswaffen

Im Handel könnt Ihr eine Reihe von Waffen zur Selbstverteidigung kaufen, eine breite Auswahl gibt es in den sogenannter Army-Shops. Aber auch online lassen sich viele Modelle beziehen, ob das nun Amazon oder ein anderer Online-Shop speziell für Waffen ist. Zu bedenken ist dabei:

  • Einige Selbstverteidigungswaffen setzen die Volljährigkeit (18 Jahre) voraus
  • Für manche Waffen ist ein kleiner Waffenschein notwendig (bspw. Schreckschusswaffen). Jedoch können die meisten Selbstverteidigungswaffen ohne Waffenschein bezogen werden.
  • Besonders gefährliche Waffen erfordern einen großen Waffenschein, zudem eine Waffenbesitzkarte (bspw. scharfe Pistolen)
Transport: Waffen müssen speziell transportiert werden!

Transport von Waffen

Auch beim Transport von Selbstverteidigungswaffen solltet Ihr achtsam sein, dass Ihr die gesetzlichen Normen einhaltet.

  • Das öffentliche Mitführen von Anscheins-, Hieb- und Stichwaffen sowie Messern mit einer Klingenlänge über 12 cm ist nach §42a WaffG
  • Im gleichen Paragraphen steht, dass der Transport in einem verschlossenen Behältnis erlaubt ist. Die Betonung liegt hier auf „verschlossen“, somit fallen die Handtasche oder das Handschuhfach vom Auto aus der Auswahl heraus.
  • Eine Ausnahme gibt es für das Führen von Schreckschusswaffen mit dem kleinen Waffenschein. Wenn Ihr diesen besitzt, dürft Ihr diese Waffen laut 10 Absatz 4 des WaffG mitführen.
Waffenaufbewahrung & Lagerung: Diese Regeln gelten

Waffenaufbewahrung & Lagerung

Auch bei der Lagerung Eurer Waffen solltet Ihr einige Dinge beachten. Denn es versteht sich von selbst, dass Waffen nicht in die falschen Hände gelangen dürfen.

  • Je schwerer die Waffe, desto schwerwiegend sind die Regelungen zur Lagerung.
  • Generell müssen Schusswaffen und Munition getrennt voneinander gelagert werden.
  • Frei zugängliche Waffen, wie beispielsweise ein Elektroschocker mit PTB Siegel muss nicht in einem verschlossenen Waffenschrank gelagert werden.
  • Dennoch müssen alle Waffen so gelagert werden, dass sie nicht in falsche Hände gelangen.

Weitere Informationen zur Lagerung findet ihr auch im Merkblatt vom Bundesverwaltungsamt: www.bva.bund.de

Einsatz von Waffen: Notwehr & Verhältnismäßigkeit

Einsatz von Waffen

Waffen sind kein Spielzeug. Daher dürfen Waffen auch nicht ohne Grund eingesetzt werden, nehmt dies nicht auf die leichte Schulter, denn es drohen Strafen bei Zuwiderhandlung. An dieser Stelle ist vor allem der Begriff „Notwehr“ relevant, anbei die Passage im Gesetz §32 StGB (Quelle)

  • Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
  • Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Aber Achtung, auch Notwehr hat Grenzen. Es gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Das heißt, dass ihr den Angriff abwehren dürft. Wenn der Angriff abgewehrt ist, dürft Ihr aber nicht weiter von Gewalt Gebrauch machen. Weiterhin wäre es unverhältnismäßig, wenn Ihr sofort Waffen einsetzt sobald jemand euren Arm leicht berührt.

Öffentlichkeit: Keine Waffen bei Menschenansammlungen & öffentlichen Plätzen

Öffentliche Veranstaltungen

Bei öffentlichen Veranstaltungen sowie an manchen öffentlichen Plätzen gilt nach §42 WaffG ein generelles Verbot von Waffen und anderen tragbaren Gegenständen, welche geeignet sind, „die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen“.

Der kleine Waffenschein nützt Euch hier nichts, denn sogar mit einem Schlagstock oder Pfefferspray könnt Ihr des Platzes verwiesen werden. Dies gilt natürlich auch für Demonstrationen oder generell für größere Menschenansammlungen.

WICHTIG: Wir bieten keine Rechtsberatung! Wir möchten euch lediglich auf kritische Punkte hinweisen. Regelungen ändern sich und sind oft auch Auslegungssache, es liegt daher in eurer Verantwortung und wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte. Stand 07/ 2018

Selbstverteidigungswaffen: Abschließende Tipps im Video

Wir hoffen, dass Euch unsere Inhalte über Selbstverteidigungswaffen geholfen haben, einen Überblick zum Angebot sowie wichtigen Fragestellungen zu erhalten. Bedenkt dabei jedoch immer, dass eine Waffe eine Waffe bleibt. Setzt sie daher nur zur Notwehr ein und lest euch auch in andere Sachverhalte ein, beispielsweise wie eine Waffe geführt, gelagert und ob sie in der Öffentlichkeit getragen bzw. eingesetzt werden darf. Abschließend könnt Ihr euch die folgenden Videos zur Selbstverteidigung und Selbstverteidigungswaffen ansehen.