Judo: Alles über die japanische Kampfsportart

Die japanische Kampfsportart Judo (jap. 柔道) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet und ist darauf ausgelegt mit geringem Kraftaufwand eine möglichst große Wirkung zu erzielen. Wir stellen Euch in unserem Judo Wiki alles über die Geschichte, die Eignung zur Selbstverteidigung, Gürtel, Ränge sowie das Training vor.

Judo Hintergründe

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Zur Geschichte

Die Judo Entstehung findet ihren Ursprung in Japan bei Kanō Jigorō gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Er hatte die verschiedenen Stile des Jiu Jitsu ausgiebig studiert und daraus eine neue Kampfkunst erschaffen. Sein Ziel war dabei eine neue Ausbildung, die eine bessere Nutzung körperlicher und geistiger Kräfte zur Folge hat.

Übersetzt bedeutet Judo so etwas wie „flexibler Weg“, was sich auf die Fähigkeit des Judoka bezieht, sich mit seiner Technik an die Bewegung seines Gegners anzupassen.

Seit der Einführung hat sich Judo einem großen, schleichenden Wandel unterworfen und die traditionellen Jiu Jitsu Schulen wurden großteilig zu Judo Schulen. Ursprünglich als Kampfkunst zur besseren Verteidigung gegründet, wurden die Techniken des Judo im Lauf der Zeit stetig verändert und Wettkampftauglich umgestaltet. Beispielsweise werden die Techniken für Schläge und Tritte nur in der Kata, dem Kampf ohne Gegner, angewendet und finden im sportlichen Wettkampf keine Beachtung mehr. Im Gegensatz zu vielen anderen Kampfkünsten haben sich jedoch keine unterschiedlichen Judo Stile herausgebildet.

Heute gilt Judo als die am weitesten verbreitete Kampfsportart weltweit und wird in über 150 Ländern quer über den Globus ausgeübt. Obwohl der Fokus meist stark auf dem sportlichen Wettkampf liegt, ist das Judo lernen gleichfalls eine sehr effektive Art der Selbstverteidigung. Durch den Grundgedanken, Körper und Geist gleichermaßen zu Schulen, bildet Judo einen guten Ansatz zum Halten einer körperlichen Grundfitness sowie zum Erreichen einer besseren geistigen Reife. Letzteres zeigt einen besonders großen Effekt, wenn der Judoka bereits im Kindesalter mit dem Training beginnt.

Gürtel, Ränge und Prüfungen

Zum internationalen Vergleich der Fähigkeiten finden regelmäßig die Judo-Weltmeisterschaften statt und seit 1964 ist Judo eine olympische Disziplin.

Die besten Judoka

Unter den bisherigen Weltmeistern und Goldmedaillengewinnern findet Ihr auch etliche deutsche Judoka. Das Regelwerk für diese Wettkämpfe wird von der Internationalen Judo Förderation (IJF) festgelegt, für die Veranstaltung nationaler Wettkämpfe tritt der Deutsche Judo-Bund (DJB) ein. In der deutschen Judo Bundesliga messen sich die besten deutschen Judoka. Falls Ihr noch mehr dazu lesen möchtet, findet Ihr hier die Rangliste im Judo.

Judo Gürtelfarbe und Rang

Im Dojo erkennt Ihr den Rang eines Judoka an der Gürtelfarbe. Die Gürtelprüfungen bestehen aus einer Demonstration verschiedener Techniken und steigen im Schwierigkeitsgrad immer weiter an. Muss der Judoka beispielsweise für die Prüfung zum 8. Kyū lediglich aus dem Stand nach hinten und seitwärts fallen können, so besteht die Falltechnik bei der Prüfung zum 3. Kyū aus dem sogenannten „freien Fall“, einer Falltechnik aus dem Sprung bei höherer Geschwindigkeit.

Das Grundprinzip einer Prüfung besteht immer aus einer Zusammensetzung von Falltechniken, Wurftechniken, Bodentechniken und „Randori“, einem Übungskampf zur Demonstration der erlernten Bewegungsabläufe.

Judo Gürtelstufen

Es gibt 9 Schülergrade und 10 Meistergrade. Der Neuling beginnt mit dem weißen Gürtel als 9. Kyū und arbeitet sich mit jeder Prüfung abwärts. Der 1. Kyū mit braunem Gürtel ist der höchste Schülergrad. Der nächste Schritt wäre die Prüfung zum 1. Dan, also dem ersten Meistergrad, verbunden mit dem schwarzen Gürtel. Die höchste Prüfung, die ein Judoka in Deutschland ablegen kann, ist die zum 5. Dan. Die Meistergrade 6 bis 10 können nicht durch Prüfungen erreicht, sondern lediglich durch Verbände verliehen werden und sind daher nur selten zu sehen. Außerdem muss der Judoka teils sehr lange Wartezeiten hinnehmen, die durchaus zehn Jahre betragen können.

Ab der Prüfung zum 3. Kyū, dem grünen Gurt, kommt noch die „Kata“ hinzu, der sogenannte „Formenlauf“. Das ist ebenfalls eine Art Übungskampf, wobei die anzuwendenden Techniken und das Verhalten des Übungspartners hier klar vorgegeben sind.

Das Training

Das Judotraining geht in der Regel 120 Minuten und steigert sich in der Intensität. Einen exakt vordefinierten Trainingsablauf gibt es beim Judo nicht. Es hat sich allerdings durchgesetzt, das Training nach dem folgenden Schema durchzuführen:

Begrüßung & Verabschiedung Die traditionelle Begrüßung beim Judo erfolgt auf Knien mit einer tiefen Verbeugung, bei der die Stirn den Boden fast berührt und die Hände seitlich des Kopfes auf dem Boden platziert werden. Dies könnt Ihr Euch von den erfahrenen Schülern abschauen. Das Training findet meist mit Hilfe von japanischen Begrifflichkeiten statt.

Für deutsche Verhältnisse mag diese Prozedur übertrieben erscheinen, aber in Japan legt man sehr großen Wert auf Höflichkeit und gegenseitigem Respekt, was sich auch in dieser Begrüßung widerspiegelt.

Aufwärmen und Dehnen Hier werden verschiedene Laufübungen durchgeführt, welche die Muskulatur vorwärmen und auf die Belastung des Trainings vorbereiten sollen. Gründliches Aufwärmen ist besonders wichtig, um Eure Muskeln vor Zerrungen zu bewahren und sollte keinesfalls ausgelassen werden, um Zeit zu sparen. Nach dem Aufwärmen lassen die meisten Trainer ein paar kurze Dehnübungen folgen, um die Elastizität der Bänder dauerhaft zu erhöhen.
Techniktraining Dieser Abschnitt dient zur Vertiefung Eurer erlernten Techniken oder zum Erlernen von Neuen. Das intensive Training von Stand- und Bodentechniken steht hier im Mittelpunkt. Auch die Grundlagen, die jeder Judoka vom Kyu bis zum Dan beherrschen sollte, werden hier mit eingebracht. Dazu zählen besonders die Fallübungen, die die Grundlage beim Judo bilden.
Randori und Kata Übungskämpfe mit verschiedenen Gegnern stellen nicht nur einen Teil des Prüfungsprogramms, sondern auch eine wichtige Säule des alltäglichen Trainings dar. Beim Randori soll es Euch nicht darum gehen, zu gewinnen, sondern Ihr sollt lernen, Eure Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und die Techniken sauber am Gegner anzuwenden.

Zum Judo lernen benötigt Ihr vorerst nichts außer einer angemessenen Trainingskleidung. Für ein Probetraining im örtlichen Verein reicht in der Regel eine Jogginghose aus. Bei der Beschaffung Eures Judo-Gi, also des traditionellen Trainingsanzugs, wird Euch der Trainer oder einer der anderen Schüler behilflich sein, da es hier große Preis- und Qualitätsunterschiede gibt. Er besteht aus einer Judohose, Jacke und Gürtel. Abschließend noch eine Judotasche sowie etwas zu trinken und es kann losgehen. Das Training findet auf Judomatten statt, was Stürze deutlich abschwächt.

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Fazit

Das scheint jetzt auf den ersten Blick sehr viel und in den ersten Wochen werdet Ihr Euch nach dem Training geradezu nach Hause schleppen. Wenn Ihr jedoch durchhaltet und sich der Körper erst an die Anstrengung gewöhnt hat, dann findet Ihr in Judo mit Sicherheit eine Sportart, die Euer Leben auf vielerlei Art bereichert. Es ist ein Sport für Körper und Geist gleichermaßen. Denkt einfach daran: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Dies gilt auch beim Judo.

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