Lebt ihr in einer unsicheren Gegend, in der sich die Überfälle oder Einbrüche häufen? Oder fühlt ihr euch einfach unsicher, wenn es abends dunkel wird und ihr allein daheim seid? In diesem Fall könnt ihr eure eigenen vier Wände sichern, um euer Hab und Gut zu verteidigen. Für die effektive Heimverteidigung gibt es mehrere Möglichkeiten. Schließanlagen und Alarmanlagen gehören zu den häufigsten Lösungen, um die Sicherheit zu erhöhen. Drüber hinaus könnt ihr euch für den Ernstfall Verteidigungswaffen besorgen.

Worauf ihr bei der Sicherung eures Zuhauses achten solltet, erfahrt ihr in den folgenden Abschnitten.

Heimverteidigung

Schließanlagen: Schutz vor Einbrechern

Die Heimverteidigung beginnt schon beim Gartentor, bei den Hauseingangstüren und bei den Fenstern. All diese Bereiche könnt ihr durch Schließzylinder sichern, die über eine erhöhten Einbruchschutz verfügen und beispielsweise mit dem VdS-Zertifikat ausgezeichnet sind.

Sicherheit bei Türen

Es lohnt sich auf jeden Fall, in die Sicherheit eurer Türen zu investieren. Damit tragt ihr wesentlich zum Einbruchschutz bei. Jede Eingangstür sollte mit Türsicherungen versehen sein. Dafür eignen sich:

  • Geprüfte Sicherheitsschließbleche mit Mauerankern
  • Schutzbeschläge mit Ziehschutz
  • Türzylinder mit Sicherungskarte
  • Stabile Einsteckschlösser

Um den mechanischen Grundschutz zu gewähren, kommt es außerdem auf die fachgerechte Montage eines zusätzlichen Türschlosses an. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Panzerriegelschloss oder ein Tür-Zusatzschloss mit Scharnierseitensicherungen. Zudem muss die Türkonstruktion ausreichend stabil sein.

Sicherheit bei Fenstern

Fenster sollten stabil, belastbar und bruchsicher sein. Die Scheibe muss ordentlich in den Fensterflügeln montiert werden und sollte mit hochwertigen Beschlägen und widerstandsfähigen Schließeinrichtungen gesichert sein. Das Fenster muss nach den aktuellen Regeln der Technik im Mauerwerk montiert werden. Als sicher gelten Fenster, die über mit dem Rahmen verschraubte Schließbleche, über einen drehgehemmten Griff mit Aufbohrschutz und über aufhebelsichere Pilzkopfzapfen in mehreren Ecken verfügen.

Dabei lassen sich Fenster in verschiedene Widerstandsklassen einteilen, die mit RC für „Resistance Class“ bezeichnet werden. Sie geben an, wie widerstandsfähig das Fenster bei einem Einbruchversuch ist. Je höher die Klasse ist, desto sicher ist das Fenster auch. Für den Privatgebrauch ist die RC 2 in der Regel ausreichend.

Alarmanlagen für Haus & Wohnung

Zusätzlich zu sicheren Türen und Fenstern tragen auch Alarmanlagen dazu bei, die Sicherheit in den eigenen vier Wänden zu erhöhen. Eine Alarmanlage kann entweder durch einen Bewegungsmelder auslösen oder erst ein Signal aussenden, wenn ein Fenster zu Bruch geht.

Welche Arten von Alarmanlagen gibt es?

Bei Alarmanlagen gibt es ein paar grundlegende Unterschiede, hierbei unterscheidet man:

  • Verkabelte Alarmanlagen: Verkabelte Alarmanlagen sind der Klassiker. Sie werden schon seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. Der Alarm wird ausgelöst, wenn ein Kontakt mit dem Kabel besteht. Das geschieht zum Beispiel, wenn sich der Einbrecher durch das Fenster oder durch die Terrassen- oder Balkontür Zutritt verschaffen möchte. Diese Alarmanlagen lassen sich von Einbrechern jedoch verhältnismäßig leicht außer Gefecht setzen, indem das Kabel durchtrennt wird.
  • Funk-Alarmanlagen: Deshalb erfreuen sich heutzutage Funk-Alarmanlagen einer wachsenden Beliebtheit. Die einzelnen Komponenten kommunizieren via Funk. Derartige Alarmanlagen sind vergleichsweise sicher und einfach zu installieren.
  • Via Druckwellen oder Telefon steuerbare Alarmanlagen: Darüber hinaus gibt es Alarmanlagen, die durch ein Telefon aktiviert oder auch deaktiviert werden. Bei ihnen erfolgt die Weiterleitung an den Sicherheitsdienst oder an die Polizei automatisch. Zu guter Letzt gibt es Alarmanlagen, die auf Druckwellen reagieren. Sie sind sehr sensibel und erkennen die Einbruchsgefahr schon frühzeitig, woraufhin sie sofort Alarm auslösen.

Kosten für das Nachrüsten einer Alarmanlage

Die Kosten, die ihr für das Nachrüsten einer Funk-Alarmanlage einplanen müssen, setzen sich aus drei Faktoren zusammen:

  1. Gebühren für die eigentliche Alarmanlage
  2. Kosten für weitere Bewegungsmelder und Funkkontakte
  3. Kosten für die Montage

Wie viele Funkkontakte ihr braucht, hängt davon ab, wie groß das Haus oder die Wohnung ist. Auf jeden Fall solltet ihr im Erdgeschoss alle Fenster und die Haustüre mit einem Funksensor überwachen. Für die Basispakete müsst ihr 200 bis 400 Euro einplanen. Je mehr Funktionalität und Sicherheit ihr wünscht, desto teurer wird die Alarmanlage. Jeder weitere Funkmelder schlägt dann noch einmal mit 30 bis 90 Euro zu Buche.

Verteidigungswaffen – Effektiver Heimschutz

Wenn ihr euch trotz sicherer Fenster und Türen sowie einer Alarmanlage noch nicht sicher genug in eurem Zuhause fühlt, habt ihr zusätzlich noch die Möglichkeit, euch Verteidigungswaffen für den effektiven Heimschutz anzuschaffen. Welche Waffen in Frage kommen und worauf ihr in diesem Zusammenhang achten solltet, verraten wir euch jetzt.

Baselballschläger, Schlagstock und ähnliche Schlagwerkzeuge

Ein Schlagstock, ein Baseballschläger oder ähnliche Schlagwaffen gehören zu den Hiebwaffen. Sie können aus Gummi, Holz oder Metall bestehen. Wegen ihres Gewichts und ihrer Länge erhöhen die Hiebwaffen die Schlagkraft, die ihr selber erbringen könnt. Das ist der Hebelwirkung zu verdanken. Auch zum Stoßen können derartige Schlagwaffen eingesetzt werden.

Beachten solltet ihr, dass Hiebwaffen trotzdem ein gewisses Maß an Kraft erfordern. Nur, wenn ihr fit und gut trainiert seid, solltet ihr daher auf einen Schlagstock oder Baseballschläger zur Heimverteidigung setzen. Übrigens: In Deutschland ist es erlaubt, einen Schlagstock zu kaufen oder zu besitzen. Von Totschlägern und Stahlruten solltet ihr die Finger lassen, denn diese Waffen sind hierzulande verboten. Allein der Besitz ist strafbar.

Gaspistole oder RAM-Pistolen

Sowohl Gaspistolen als auch RAM-Pistolen gehören zu den Schreckschusspistolen. Es handelt sich hierbei um Nachbildungen echter Pistolen. Der Unterschied liegt darin begründet, dass Schreckschusswaffen keine echten Projektile verschießen, sondern je nach Pistole Reizgas oder eine Kartuschen-Munition.

Darüber hinaus können Schreckschusswaffen mit pyrotechnischer Munition benutzt werden. Dazu gehören Vogelschreckpatronen oder Leuchtsignale. Schon die Optik soll einem etwaigen Angreifer Angst einjagen und ihn in die Flucht treiben. Aber auch das abgefeuerte Gas soll Einbrecher stoppen.

In Deutschland könnt ihr Schreckschusswaffen am Prüfsiegel erkennen. Es kommt von der Physikalischen Technischen Bundesanstalt und wird daher als PTB-Siegel bezeichnet. Eine Waffe, die ein solches Siegel nicht hat, bezeichnet man als scharfe Schusswaffe. Um eine solche zu führen, ist eine Erlaubnis erforderlich. Aber auch für eine Schreckschusswaffe benötigt ihr seit dem 1. April 2003 einen kleinen Waffenschein. Erlaubt ist der Besitz erst ab dem 18. Lebensjahr. Die Verwendung, also das Schießen mit der Schreckschusspistole, ist nur zur Verteidigung des eigenen Grundstücks erlaubt. Grundsätzlich eignet sich eine Gaspistole oder RAM-Pistole für jeden, der sein eigenes Grundstück verteidigen möchte. Es empfiehlt sich aber, für den Ernstfall den Umgang mit der Waffe in einem Verein zu üben.

Pfefferspray

Pfefferspray ist zur Selbstverteidigung sehr beliebt. Viele Frauen trauen sich ohne das Spray im Dunkeln gar nicht mehr auf die Straße. Dieses Mittel zur Selbstverteidigung hat viele Vorteile, weil es sich überall verstauen lässt, bequem handzuhaben ist und nicht viel Geld kostet. Zudem ist die Anwendung leicht und gelingt auch Laien.

  • Pfefferspray enthält den Wirkstoff der Chilipflanze. Mithilfe der Sprühdose könnt ihr die scharfe Substanz direkt in die Augen der Angreifer sprühen, wodurch diese angriffsunfähig werden. Es dauert nach dem Auftreffen nur ein paar Sekunden, bis das Pfefferspray wirkt. Gegen Tiere  zeigt es dabei eine ebenso gute Wirkung wie gegen Menschen. Nur sehr wenige Personen sind gegen Pfefferspray immun, sodass es in den meisten Fällen einen sehr guten Effekt hat.
  • In Deutschland wird Pfefferspray als Tierabwehrspray verkauft. Dementsprechend gilt das Waffengesetz dafür auch nicht, sodass jeder es kaufen und mitführen darf. Lediglich bei öffentlichen Menschenansammlungen ist es nicht gestattet. Des Weiteren darf es nur gegen Tiere eingesetzt werden. Der Einsatz gegen Menschen ist nur im Falle eines Angriffs zur Notwehr zulässig.
  • Pfefferspray eignet sich gut, um einen einzigen Angreifer außer Gefecht zu setzen. Falls ihr mit mehreren Angreifern konfrontiert seid, ist Pfefferspray in der Nebelvariante besser geeignet. Es hat eine größere Wirkfläche und kann daher mehrere Personen gleichzeitig ausschalten.

Elektroschocker

Elektroschocker verfügen über mindestens einen 9-Volt-Bock. Bei Auslösung gibt das Gerät einen Stromimpuls ab und erzeugt dabei eine hohe Spannung. Auf diese Weise wird ein Angreifer im besten Fall sofort außer Gefecht gesetzt. Allerdings hängt die Wirkung von vielen Faktoren ab und ist nicht immer effektiv.

Grundsätzlich eignen sich Elektroschocker aber nur, wenn ein Einbrecher in unmittelbarer Nähe ist. Das heißt, wenn ihr aufwacht, weil ihr im Erdgeschoss Geräusche hört, müsstet ihr euch dem Angreifer unbemerkt nähern, um ihn mit dem Elektroschocker überhaupt erreichen zu können. Sollte der Eindringling selbst bewaffnet sein, kann er euch unter Umständen zuvorkommen. Falls der Angreifer euch körperlich überlegen ist, könnt ihr den Schocker nicht anwenden und im schlimmsten Fall entreißt der Einbrecher ihn euch und setzt ihn gegen euch ein. Deshalb ist der Einsatz eines solchen Geräts grundsätzlich nur empfehlenswert, wenn ihr bereits Erfahrungen im Bereich der Selbstverteidigung sammeln konntet und euch im Nahkampf wirklich sicher fühlt.

Bitte beachtet: In Deutschland sind nur Modelle legal, die mit einem Prüfsiegel der Physikalischen Technischen Prüfanstalt versehen sind. Der Kauf ist erst erlaubt, wenn ihr älter als 18 Jahre seid. Seit April 2008 sind sogenannte Taser, die auch auf die Distanz wirken, in Deutschland nicht mehr zulässig. Sowohl der Kauf als auch der Besitz eines Tasers ist verboten.

Messer

Genauso wie Elektroschocker eignen sich auch Messer nur bedingt, um euer Grundstück im Falle eines Einbruchs zu verteidigen. Auch hier ist es nötig, sich dem Angreifer stark zu nähern. Zudem sind Messer sehr gefährlich und im schlimmsten Fall könnt ihr selbst damit tödlich verletzt werden. Dazu kommt noch, dass nicht alle Messer in Deutschland erlaubt sind. Sogenannte Springmesser, Fallmesser, Faustmesser und Butterflymesser etwa sind grundsätzlich verboten.

Darüber hinaus solltet ihr wissen, dass Messer mit einer feststehenden Klinge, die vom Griffansatz bis zur Spitze gemessen länger ist als zwölf Zentimeter, nicht in der Öffentlichkeit geführt werden dürfen. Auf eurem eigenen Grundstück dürft ihr sie zwar aufbewahren, allerdings dürft ihr sie nur in einem abgeschlossenen Behälter transportieren, sobald ihr euer Grundstück verlasst. Um euch mit einem Messer im Falle eines Einbruchs zu verteidigen, ist ein gutes Training sinnvoll. Nur, wenn ihr über die entsprechenden Kenntnisse zur Selbstverteidigung mit dem Messer verfügt, empfiehlt sich der Einsatz zur Heimverteidigung.

Armbrust

Zu guter Letzt gibt es noch die Armbrust. Sie eignet sich zur Heimverteidigung und zum Heimschutz hervorragend. Das liegt einfach daran, dass sie drohend auf potentielle Angreifer wirkt. Zudem könnt ihr damit schon auf einer Entfernung von 20 bis 30 Metern sehr genaue Warnschüsse abgeben.

  • Der Umgang mit einer Armbrust ist recht schnell gelernt. Ein paar Übungsstunden reichen auch für Personen aus, die normalerweise nicht oft oder überhaupt nicht schießen, um mit der Armbrust die gewünschten Ziele zu treffen. In der Tat ist das Schießen mit einer Armbrust nämlich recht einfach: Ihr spannt den Bogen, wofür ein leichter Kraftaufwand notwendig ist. Danach rastet die Sehne ein. Wenn eure Kraft dafür nicht ausreicht, könnt ihr auch eine Spannhilfe einsetzen. Legt anschließend den Pfeil ein und zielt.
  • Im Gegensatz zum Schießen mit Pfeil und Bogen ist es bei der Armbrust nicht erforderlich, die Kraft die ganze Zeit aufrechtzuerhalten. Dadurch könnt ihr besonders konzentriert und sicher schießen. Im waffenrechtlichen Sinn gehört die Armbrust zu den Schusswaffen. Dennoch benötigt ihr für den Kauf, den Besitz, das Führen, den Handel und die Herstellung keine Erlaubnis. Das Schießen mit der Armbrust zählt aber laut § 1 Abs. 3 und § 2 Abs. 1 WaffG als Umgang mit einer Waffe.
  • Dementsprechend ist dies nur Personen erlaubt, die bereits mindestens 18 Jahre alt sind. Unter Aufsicht darf das Schießen auf Schießstätten ab 14 Jahren erfolgen.

Achtung: Unsere Inhalte wurde sorgfältig erstellt, jedoch ändern sich rechtliche Normen und einige sind Auslegungssache. Wir können auf die folgenden Informationen keine Gewähr übernehmen, für eine rechtssichere Beratung sucht bitte einen Anwalt auf. Stand: 07/ 2018

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