Das steigende Alter einer geburtenstarken Generation und die permanent steigende Lebenserwartung sorgen dafür, dass der Altersdurchschnitt in Deutschland rasch ansteigt. Das hat zur Folge, dass es immer mehr Senioren gibt, die bekanntlich meist ein leichtes Ziel körperlicher Gewaltakte abgeben. Wir wollen Euch die wichtigsten Zahlen und Methoden zur Prävention sowie zur Selbstverteidigung für Senioren vorstellen.

Selbstverteidigung Senioren

Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik von 2015

Hier zeigt sich eine Tendenz, die der geläufigen Meinung widerspricht, dass Senioren häufiger Opfer von Gewaltakten wie Diebstahl werden, als unsere jungen Mitbürger. Tatsächlich sind von 213.576 erfassten Gewaltverbrechen lediglich in 12.289 Fällen Opfer betroffen, die mindestens 60 Jahre alt waren – gemäß der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2015. Das macht etwa 5,8% aus.

Das klingt zwar recht wenig, bedeutet allerdings, dass immer noch jeder 17. Gewaltakt auf einen Rentner verübt wird. Obwohl unsere Senioren verhältnismäßig sicher leben, kann man diese Gefahr aber nicht komplett ignorieren, da die Zahl im Zehnjahresvergleich prozentual um 23,6% zugelegt hat, laut Wolfgang Spies, dem stellvertretender Landesvorsitzender NRW der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Typische Gefahrensituationen

Viele Senioren haben in ihrer Lebenszeit beträchtliche Geldsummen angespart und auf genau diese haben es die Täter meist abgesehen. Der gewaltsame Einbruch, wenn niemand zuhause ist, stellt hier noch den selteneren Fall dar.

  • Trickbetrug: Meist wird versucht, Senioren mit Betrug und Vorspiegeln falscher Tatsachen um ihr Erspartes zu bringen. Der „Enkeltrick“ ist dabei weit verbreitet, ebenso der Anruf als vermeintlicher Bankmitarbeiter, wobei Kontodaten in Erfahrung gebracht oder Vermögenswerte ausgekundschaftet werden. Später erfolgt dann der Übergriff in oder vor der eigenen Wohnung.
  • Diebstahl: Ein weitere Gefahrensituation ist das Geld Abheben bei der Bank. Die Täter versuchen hierbei entweder direkt nach dem Besuch bei der Bank oder auf dem Heimweg zuzuschlagen und frisch abgehobenes Geld zu stehlen.
  • Betrug/ Raub: Der Besuch an der Haustür unter einem falschen Vorwand ist zwar nicht immer ohne Aufwand möglich, stellt aber eine große Gefahr dar. Hierbei versucht der Täter, den Senioren davon zu überzeugen, dass er in die Wohnung muss, oder er stürmt einfach hinein, sobald sich die Tür öffnet.

Prävention – Selbstschutz für Senioren

Die folgenden Tipps richten sich zwar überwiegend an Senioren, gelten aber selbstverständlich für alle Altersklassen.

  • Gegen Telefonbetrug oder Enkeltrick gibt es einen sehr wertvollen Schutz: Gebt keine Auskünfte am Telefon heraus und schärft das auch Euren Großmüttern und Großvätern ein, die kein Internet besitzen und sich diese Informationen nicht selbst holen können. Wer etwas möchte, der soll einen Brief schreiben. Das kennen Oma und Opa wenigstens von früher.
  • In erster Linie empfiehlt es sich gegen jegliche Überfälle natürlich, Gefahrensituationen zu meiden und mit nicht alleine viel Bargeld oder Wertgegenständen unterwegs zu sein. Weiterhin sollte das Vermögen nicht an einem Ort im Bücherregal oder sogar im Geldbeutel lagern, sondern verteilt werden. Ein Teil zuhause, ein Teil auf dem Konto, ein Teil in Wertpapieren. Somit ist gewährleistet, dass der Täter nicht in einem Zug alles bekommt.
  • Der Gang zur Bank sollte möglichst in Begleitung einer Vertrauensperson erfolgen. Wenn das nicht möglich ist, solltet Ihr darauf verzichten, teure Ketten, Armbänder oder Uhren anzulegen. Das sind Zeichen, die Dieben signalisieren, dass hier etwas zu holen ist. Auch vom Abheben mehrerer 1000€, damit der Umweg zur Bank nicht so oft gemacht werden muss, ist abzuraten.
  • Gegen die unerwünschten Hausbesuche hilft entweder ein Türspion, damit die Tür ganz geschlossen bleiben kann, bis Ihr den Besucher seht, oder eine Sicherung gegen gewaltsames Öffnen. Die altbekannte Türkette funktioniert prinzipiell, hält aber einem kräftigen Eindringling möglicherweise nicht stand. Für etwas mehr Geld könnt Ihr auch neuere, noch stabilere Lösungen erwerben.

Selbstverteidigungskurs für Senioren

Macht das Sinn, Basics der Selbstverteidigung Senioren beizubringen? Diese Frage können wir Euch auch nicht pauschal beantworten. Es kommt ganz auf die körperliche Verfassung der Senioren an. Ein gewisser Anteil an Körperkraft sollte schon vorhanden sein, da jede Form der körperlichen Gegenwehr Anstrengung voraussetzt. Aber es gibt ja auch den Psychologischen Faktor und es bringt Fitness, unserer Meinung nach ausreichende Argumente für ein klares Ja! Jedoch ist nicht jeder Kampfsport geeignet.

Findet in unserem Kampfsportvergleich heraus, welche Kampfsportart für Senioren geeignet ist!

Die Kurse zeigen Senioren ein paar Wege auf, wie sie sich mit wenig Krafteinsatz zur Wehr setzen können. Solange Ihr noch in der Lage seid, Euch vernünftig zu Bewegen und selbst zu Versorgen, können diese Kurse also durchaus hilfreich sein. Ihr müsst halt unterscheiden zwischen einem 65 jährigem, ehemaligen Bankangestellten und einem 85 jährigen, ehemaligen Bauarbeiter mit Parkinson. Der Bankangestellte könnte eventuell noch in einen Kampfsportverein eintreten und der Bauarbeiter hat vielleicht bereits eine Pflegestufe. Alter und Verfassung spielen also schon eine zentrale Rolle.

Selbstschutz für Senioren durch Waffen

Besonders wenn der eigene Körper nachlässt neigen viele Menschen dazu, ihre Wehrhaftigkeit mit Hilfsmitteln wiederherstellen zu wollen. Selbstverteidigungswaffen können hierbei durchaus eine Hilfe sein, stellen aber auch, im rechtlichen Sinn genau wie für den Selbstschutz, eine Gefahr dar. Besonders bei körperlicher Unterlegenheit steigt die Gefahr, durch Entwaffnung selbst mit der Waffe angegriffen zu werden. Mehr zu den verschiedenen Waffen und der rechtlichen Lage der Verwendung findet Ihr bei uns.

Lest unseren großen Selbstverteidigungswaffen-Vergleich, für weitere Infos

Fazit: Bleibt Wehrhaft!

Das wichtigste Vorweg: Jeder soll sich verteidigen, wenn er in eine unangemessene Situation kommt, und das kann er/sie auch! Natürlich bedarf es ein wenig Vorbereitung, damit man in einer Notsituation nicht in Schockstarre verfällt und einfach alles über sich ergehen lässt… Und es ist auch nicht immer ratsam, die Konfrontation zu riskieren, anstatt sich ausrauben zu lassen, jedoch körperlich unversehrt zu bleiben – es kommt auf die Situation an. Jedoch ist Selbstverteidigung in manchen Situationen die letzte Option, und wenn diese angewandt werden muss, sollte sie auch effektiv ausgeführt werden.

Lest dazu auch unsere Selbstverteidigung Tipps

Natürlich schränkt die körperliche Fitness ein, dennoch sind Grundkenntnisse in einer Kampfsportart nicht verkehrt. Diese können zusammen mit einer Selbstverteidigungswaffe eine effektive Abwehr darstellen.

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