Taijiquan ist eine Kampfkunst, die ihren Ursprung im heutigen China hat. Die deutsche Übersetzung für diese Art der Kampfkunst lautet Schattenboxen. Aufgrund der positiven Auswirkungen, die Taijiquan auf die Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung erzielt, erfreut sich diese Kampfkunst einer permanent steigenden Anzahl von Anhängern und gilt in China als Volkssport, der Fit hält.

Bei uns erfahrt ihr, wie der Kampfsport enstanden ist und welche Hintergründe er hat.

In 30 Sekunden das Wichtigste:

  • Tai Chi Chuan konzentriert sich auf den bewaffneten und unbewaffneten Nahkampf.
  • Tai Chi Chuan kann in sechs unterschiedliche Stile unterteilt werden.
  • Tai Chi beinhaltet zahlreiche unterschiedliche Bewegungsabläufe, die sich Formen nennen.
Tai Chi Chuan: Die Entstehung des Schattenboxen

Tai Chi Chuan: Die Entstehung des Schattenboxen

Die Entstehung von Taijiquan

Die Entstehungsgeschichte von Taijiquan führt in das 13. Jahrhundert eines Shaolintempels. Ein taoistischer Mönch namens Zhang Sanfeng hat diese Kampfkunst ins Leben gerufen. Allerdings stammt der erste geschichtliche Nachweis von Taijiquan, das mittlerweile auch Tai Chi Chuan geschrieben wird, aus dem 17. Jahrhundert. Chen Wangting hat den Chen-Stil entwickelt. Der motivierte Schüler namens Yang Luchan (1795 – 1872) nutzte diese Variante als Grundlage für die Schaffung des heutigen Tai Chi Chuan Stils.

Unterschiedliche Stile & Grundregeln

Tai Chi Chuan fällt in die Kategorie der inneren Kampfkunst und konzentriert sich auf den bewaffneten und unbewaffneten Nahkampf gleichermaßen. Es fungiert als eine Art er Bewegungslehre, welche sich positiv auf die menschliche Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung auswirkt. Darüber hinaus beinhaltet Tai Chi Chuan Meditationsübungen, welche Körper und Geist stärken. In diesem Zusammenhang verblasst der Kampfkunstaspekt ein wenig und rückt in den Hintergrund.

Die 10 Grundregeln

Des Weiteren beinhaltet Tai Chi Chuan zehn wichtige Grundregeln. Diese gehen auf Yang Chengfu zurück und fokussieren sich auf die angestrebte physische und psychische Haltung der Trainierenden.

1. Entspannte Aufrichtung des Kopfes
2. Den Rücken gerade strecken, die Brustmuskulatur jedoch zurückhalten
3. Das Kreuz sowie die Taille entspannen und lockerlassen
4. Das Körpergewicht richtig verlagern, indem die Leere und die Fülle voneinander getrennt werden
5. Schultern und Ellenbogen hängen locker
6. Eine Konzentration auf das Yi, welches eine Absicht oder Intention symbolisiert, das Li hingegen steht für die Gewalt- und Muskelkraft, wird jedoch außer Acht gelassen
7. Eine gute Koordinationsfähigkeit von oben nach unten
8. Eine ausgeglichene Harmonie zwischen Innen und Außen
9. Fließende Bewegungen, die einem ununterbrochenen Fluss gleichen
10. Das Ruhigbleiben während des Praktizierens der Bewegungsabläufe

Die 6 Stile

Zu den weiteren Charakteristiken des Tai Chi Chuan gehören die sechs unterschiedlichen Stile. Sie gliedern sich in:

  • Chen-Stil
  • Yang-Stil
  • Wu-Hao-Stil
  • Wu-Stil
  • Sun-Stil
  • He-Stil

Die unterschiedlichen Stile enthalten Modifikationen. Dazu im Folgenden noch ein paar Hintergründe zur Unterscheidung der Stilrichtungen:

Chen-StilDer Chen-Stil bildet den Ursprung der weiteren Formen. Er fungiert aufgrund seiner schnellen Bewegungsabläufe und Sprünge als sportliche Tai Chi Variante. Chen Wanting war der Begründer dieser Variante (1597 – 1664).
Sun-StilDer Sun-Stil geht auf Sun Lu Tang (1860 – 1932) zurück. Er kombinierte Elemente von drei Schulen und schaffte auf diese Art einen neuen Stil, den er nach sich benannte.
Wu-StilDer Wu-Stil wiederum ist für seine schnellen und wendigen Bewegungen bekannt. Seine Begründer waren Wu Yuxiang (1812 – 1880) sowie Wu Jianquan (1870 – 1942).
Yang-StilDieser Stil ist weniger verbreitet als der beliebte Yang-Stil, der für weiche und geschmeidige Bewegungen steht. Des Weiteren enthält die Yang-Variante weder schnelle Bewegungen noch Sprünge. Deshalb ist dieser Stil für jedermann, der Tai Chi trainieren möchte geeignet, da er keine besonderen körperlichen Konditionen voraussetzt.
Hao-StilHao Weizheng (1849 – 1920) hat den Hao-Stil entwickelt, der ein Schüler von Wu Yuxiang war. Sein Stil beinhaltet 200 Formen und besitzt gegenüber den anderen Tai Chi Varianten den Vorteil, dass ein einmaliges Üben für das Erreichen der gewünschten Form ausreicht, wohingegen in den anderen Tai Chi Formen zahlreiche Wiederholungen erforderlich sind.

Vielfältige Übungseinheiten im Training

Taijiquan enthält grundlegende Übungen, die ein fester Bestandteil des Trainings sind. Die Bewegungsprinzipien setzen sich aus Einzelbewegungen sowie aus Stand- und Atemübungen zusammen. Darüber hinaus gehört auch die Standmeditation zu den Praxisübungen, welche den Körper und Geist gleichermaßen stärken. Ferner zielen die Übungen darauf ab, die Körperhaltung zu verbessern und somit möglichen Gelenkbelastungen entgegen zu wirken. Hierbei finden Techniken aus dem Qigong Anwendung.

Im Mittelpunkt des Trainings stehen mehre Formen, bei welchen es sich um einander gereihte Bewegungsabläufe handelt. Dabei kämpfen die Trainierenden gegen einen imaginären Gegner, weshalb sie die Techniken einzeln durchführen.

Es existieren jedoch auch Partnerübungen, bei welchen auch Hebeltechniken zum Einsatz kommen. Bei diesen praktizieren die Trainierenden auch einen Kampf, in welchem sie das Ziel verfolgen, ihren Stand beizubehalten während sie den Gegner bezwingen. Diese Art der Übung genießt ihr Dasein bei Wettkämpfen.

Tai Chi Chuan enthält Waffenformen, die sich jedoch erst für Fortgeschrittene eignen. Anfänger trainieren ohne Waffen. Diejenigen, welche aufgrund ihrer Erfahrung die Erlaubnis besitzen mit Waffen zu trainieren, nutzen:

  • das zweischneidige chinesische Schwert namens Jian
  • den Langstock, der sich Gun nennt
  • das Dao, welches als chinesiches Schwert bekannt ist
  • einen Fächer, dessen Name Shan lautet
  • den Dagun, einen drei Meter langen Stock
  • das Speer, welches auch unter dem Namen Qiang bekannt ist
  • die chinesische Guan Glefe

Schreibweisen des Taijiquan

Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis kursieren unterschiedliche Schreibweisen, die jedoch alle dieselbe Bedeutung haben. Zu den zahlreichen Varianten gehören:

  • Tai Chi (Chuan)
  • Taiji (Quan)
  • T’ai Chi
  • Tài Jí
  • Thai Chi
  • Taichi
  • T’ai Chi Ch’uan
  • Tàijíquán
  • T’ai-chi-ch’üan

Da die chinesische Sprache über unterschiedliche Sprachvarianten und Schreibweisen verfügt, existieren auch im Hinblick auf das Tai Chi Chuan unterschiedliche Schreibvarianten, die jedoch gleich ausgesprochen werden. Im Jahre 1958 erfolgte die Einführung der Pinyin-Umschrift, welche seit 1982 zu den Standardschriften gehört. Laut dieser Schreibweise lautet die korrekte Beschreibung Taijiquan, allerdings ist in Deutschland die Vaiante Tai Chi Chuan oder einfach nur Tai Chi gebräuchlicher.

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