Von Waffen geht immer eine Gefahr aus, das liegt in ihrer Natur. Jedoch gibt es für den Träger einer Selbstverteidigungswaffe eigentlich nur drei Gefahren: 1) Kann der Angreifer ernsthaft verletzt werden und 2) Kann es rechtliche Konsequenzen geben und 3) was passiert wenn der Angreifer die Waffe in die Hände bekommt.  Im folgenden Beitrag widmen wir uns diesen drei Gefahren.

Verletzung des Angreifers

In erster Linie müsst Ihr natürlich bedenken, dass der Einsatz von Waffen schnell eine schwere Verletzung des Anderen herbeiführen kann. Bei der Verwendung einer Schreckschusswaffe beispielsweise tritt ein hoher Druck am Ausgang des Laufs auf, der, wenn er auf das Gesicht gerichtet austritt, schwere Verletzungen nach sich ziehen kann. Auch mit einem Messerstich fügt Ihr schnell irreparable oder tödliche Verletzungen zu.

  • Solltet Ihr gezwungen sein, eine Waffe einzusetzen, dann zielt nach Möglichkeit auf die Gliedmaßen, nicht auf Kopf oder Torso. Denn es gibt jedoch Urteile wegen Körperverletzungen mit nachfolgender Behinderung, die dafür sorgen, dass der Angeklagte fünfstellige Summen als Strafe zahlen muss.
  • Eine schwere Verletzung des Angreifers kann nicht nur Eurem Gewissen einen tiefen Stich versetzen, sondern Euch auch vor Gericht für schuldig erklären und hohe Strafzahlungen nach sich ziehen. Das kommt aber darauf an, hier kann leider keine absolute Antwort gegeben werden. Denn es kommt darauf an, ob die Verteidigung als Notwehr ausgelegt wird.
  • Ganz wichtig an dieser Stelle: Wenn Ihr in Gefahr seid und um Euer Leben bangen müsst, dann ist so gut wie alles erlaubt – bitte lest dazu unseren Beitrag zur Notwehr.

Aber das sollte eure kleinste Sorge sein, denn die Waffe soll Euch einen Moment Zeit verschaffen, in der Ihr flüchten könnt, nicht mehr und nicht weniger. Und um es auf den Punkt zu bringen: Es ist die letzte Möglichkeit, die Euch vor Gewalt, Raub, Vergewaltigung oder eine anderen schlimmen Tat schützen kann.

Verteidigung mit Waffen Notwehr?

Hier betreten wir ein rechtlich sehr gefährliches Terrain. Sicher ist das Notwehrrecht im Allgemeinen nicht einfach, aber die Verwendung von Waffen zum Selbstschutz ist noch deutlich komplizierter. Im Handel gibt es diverse Gegenstände zur Selbstverteidigung, deren Erwerb in manchen Fällen sogar ohne jeden Aufwand möglich ist. Weiterhin gilt Verteidigung als Notwehr, wenn sie erforderlich ist, um einen rechtswidrigen Angriff abzuwenden. Hier unterscheidet das Notwehrrecht nicht zwischen unbewaffneter und bewaffneter Notwehrhandlung.

Die tatsächliche Eignung von Waffen zum Selbstschutz werdet Ihr kaum anzweifeln, die rechtliche Eignung hingegen ist schwierig. Anbei ein paar Beispiele.

Ein weiteres großes Problem entsteht auch immer dort, wo es Zeugen gibt, denn Kamerahandys sind allgegenwärtig. Wenn Ihr zum Beispiel geschlagen werdet und anschließend zurückschlagt, ein Zeuge aber nur Euren Schlag mit dem Handy gefilmt hat, steht Ihr schnell auf der anderen Seite der Anklagebank. In diesem Fall hilft Euch auch das Notwehrrecht nicht mehr.

Ihr seht also: Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Dinge, also schöpft erst alle anderen Möglichkeiten aus, bevor Ihr Gewalt anwendet.

Angreifer entwaffnet Euch

Ihr Euch Gedanken darüber, was passiert, wenn der Angreifer Eure Waffe in die Hand bekommt – aber zurecht?

  • Letztendlich sollte die Waffe nur eingesetzt werden, wenn wirklich nichts anderes mehr hilft: Hilfe rufen oder Flucht.
  • Möglicherweise reicht ja bereits das Vorzeigen der Waffe aus, um den Angreifer zu vertreiben,
  • Sollte der Angreifer Eure Nahkampfwaffen wie Schlagstöcken oder Elektroschockern, in die Hände bekommen, kann es sein, dass er oder sie verärgert ist und sie gegen Euch einsetzt.
  • Bedenkt auch, dass beim Einsatz von einigen Nahkampfwaffen ausreichend Kenntnis vorhanden sein muss, damit Ihr diese auch effektiv einsetzen könnt.

Jedoch ist es richtig, die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen: Wenn der Angreifer Eure Gegenwehr abwehren kann, wird er möglicherweise verärgert sein und sie gegen Euch einsetzen. Wenn es aber keine Möglichkeit mehr gibt eine Tat abzuwenden, dann solltet Ihr es versuchen! Bei kleineren Streitereien sollte es tunlichst vermieden werden, Waffen einzusetzen. Dadurch eskaliert die Situation, ohne dass es nötig gewesen wäre.

Fazit

Natürlich bieten Waffen Gefahren und wir würden diese nie uneingeschränkt empfehlen und möchten abschließend noch drei Empfehlungen loswerden:

  1. Wenn man sich eine Selbstverteidigungswaffe zulegt, sollte man im nächsten Schritt damit trainieren und sich mit der Waffe vertraut machen.
  2. Waffen dürfen nie einfach so eingesetzt werden, sie sind für absolute Notsituationen und den Tatbestand der Notwehr vorbehalten.
  3. Die Abwehr muss sitzen. Wenn Ihr euch verteidigt, dann macht es richtig, sodass der Angreifer kampfunfähig ist und Ihr Zeit für die Flucht habt.

Gefahren Waffen

Weiterhin solltet ihr noch diese Punkte bedenken:

  • Eine weitere Gefahr, wenn Ihr Euch auf eine Waffe verlasst, ist der Moment der Ablenkung, in welchem Ihr nach dieser greift. Ihr werdet kurzzeitig verwundbar, wenn Ihr in der Handtasche wühlt oder Euch zum Handschuhfach runterbeugt. Es ist nicht in jeder Situation gefahrlos möglich, die Waffe zu ziehen und zu entsichern. Möglicherweise müsst Ihr Euch dadurch doch mit blanken Händen verteidigen.
  • Nicht alle Waffen bleiben dauerhaft einsatzbereit und können in einem Ernstfall versagen, wenn sie keine regelmäßige Wartung bekommen. Bei einem Elektroschocker etwa können sich die Batterien entladen, wenn dieser jahrelang in der Tasche mitgeführt und nie kontrolliert wird. Bei einer Schreckschusswaffe könnte sich die Mechanik mit Schmutz zusetzen und dann im Ernstfall verklemmen. In diesen Fällen baut Ihr Euch selbstsicher mit der Waffe vor Eurem Angreifer, damit schließlich nichts passiert. Dann kommt zu der ohnehin schon gefährlichen Situation Euer Schreck hinzu und wird Euch noch zusätzlich verunsichern. Wenn Ihr Euch eine derartige Selbstverteidigungswaffe zulegen wollt, müsst Ihr daran denken, diese regelmäßig auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen.

 

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