Beim Grappling handelt es sich um eine effektive Kampfkunst, die überwiegend auf dem Boden stattfindet. Des Weiteren macht der Bodenkampf einen großen Teil von zahlreichen Kampfsportarten aus. Allerdings existiert Grappling auch als separate Kampfkunst.

In diesem Beitrag stellen wir Techniken, Hintergründe und vieles mehr über Grappling vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grappling setzt sich aus effektiven Griff-, Hebel- sowie Würgetechniken zusammen.
  • Grappling wird auch als Bodenkampf bezeichnet und Bestandteil vieler Kampfsportarten.
  • Grappling trainiert die gesamte Muskulatur und verbessert die körperliche Ausdauer.
Grappling
  • Christian Braun (Autor)
  • 272 Seiten - 27.01.2014 (Veröffentlichungsdatum) - Meyer & Meyer Sport (Herausgeber)

Hintergründe des Grapplings

Der Begriff Grappling stammt aus dem Englischen und steht für einen speziellen Griffkampf, der sich aus unterschiedlichen Griffmethoden zusammensetzt. Grapple steht für ein gezieltes Festhalten. Beim Grappling handelt es sich ebenso um eine effektive Zusammensetzung unterschiedlicher Kampfsportarten. Techniken, die zum Einsatzkommen bestehen aus:

  • Hebel und Gelenkhebel
  • Würfe
  • Würgegriffe
  • Haltegriffe
  • Klammergriffe
  • Takedowns
  • Sweeps

Das Ziel der Techniken des Grapplings

Zahlreiche effektive Hebel, Würfe sowie weitere Techniken zielen darauf ab, den Gegner in eine ungünstige Lage zu bringen. Darüber hinaus besteht in einem Grappling-Kampf das Ziel, den Partner zu einer Aufgabe zu motivieren sowie ihn bewegungsunfähig zu machen.

In Abhängigkeit von der jeweiligen Kampfkunst kommen ebenso Tritte und Schläge zum Einsatz. Allerdings steht die pure physische Kraft oder gar Brutalität nicht im Vordergrund. Grappling kommt einem Vergleich mit einem Schachspiel am nächsten. Bei dieser Art des Kampfes wollen die Rivalen, einander mit jeder einzelnen Bewegung, besser in den Griff zu bekommen.

Grappling Grifftechniken

  • Klammergriffe
  • Drilltechniken
  • NoGi Techniken
  • Gi Techniken

Gi Techniken setzen sich aus unterschiedlichen Armhebeln und Sweeps zusammen. Die NoGi Techniken wiederum enthalten zahlreiche Anwendungen aus dem Brazilian Jiu-Jitsu. Sie beinhalten die Arm Triangle aus der Bank, den doppelten Kniehebel, die Morango Armlock aus der Guard, die Heelhook Verteidigung sowie die Underhook Verteidigung in der Deep Half Guard. Der doppelte Kniehebel hat sich in der Praxis als äußerst effektiv bewährt. Das liegt an der Empfindlichkeit der Kniegelenke. Der Hebel lässt der gefangenen Person überhaupt keine Bewegungsmöglichkeit. Allerdings dominieren im Grappling auch die Armbar-Hebel.

Worin unterscheiden sich die Techniken?

  • Hebel zielen definitiv darauf ab, den Gegner zum Aufgeben eines Kampfes zu bewegen. Darüber hinaus unterscheiden sie sich im Hinblick auf das jeweilige Gelenk, das gehebelt wird. Es existieren Arm-, Ellbogen-, Knie- oder Fußgelenkhebel.
  • Wurftechniken hingegen verfolgen das Ziel, den Gegner in eine ungünstige Lage zu bringen. Die Absicht, welche dahinter steckt, besteht im Anschluss einen Hebel oder Haltegriff auszuführen, der zum Sieg verhilft.
  • Halte- und Klammergriffe agieren ebenso als Werkzeug, um den jeweiligen Kampf erfolgreich zu gewinnen. Allerdings hat der Gegner bei einem Halte- oder Klammergriff die Möglichkeit, sich zu befreien.
  • Würge- und Hebeltechniken dagegen zwingen aufgrund der Schmerzen zu einer sofortigen Kampfaufgabe.

Grappling trainieren

Wenn Ihr eure Techniken verbessern und zuhause trainieren möchtet, findet ihr ein paar Tipps wie Ihr Grappling zuhause trainieren könnt.

Welche Muskeln sollten Grapplinganhänger trainieren?

Selbst wenn es auf den ersten Blick unlogisch erscheint, ist es dennoch wichtig, regelmäßig die Bauch- und Rückenmuskulatur zu trainieren. Sämtliche Techniken erfordern einen hohen Kraftaufwand, der aus dem gesamten Körper stammt. Auch wenn es manchen Kämpfern nicht auffällt, spannen sie bei den Haltegriffen, Hebeltechniken oder Würfen stets ihre Bauch- und Rückenmuskeln an.

Da die Arm- und Beinmuskulatur ebenso eine wichtige Rolle beim Ausführen der Grapplingtechniken übernimmt, erfordert diese ein intensives Training. Weil die Hebel auf die Ellbogen- und Kniegelenke abzielen, ist eine starke Muskulatur um diese Körperregion herum zwingend notwendig.

Zahlreiche Kampfsportler vernachlässigen während des Trainings ihre Nackenmuskulatur. Diese sollten sie allerdings ebenso regelmäßig wie die anderen Muskeln trainieren. Auf diese Weise beugen Grapplinganhänger Entstehungen von Verletzungen vor.

Wie können Kampfsportler Grappling üben und sich dabei verbessern?

Kampfsportler, die Judo, Brasilianisches Jiu-Jitsu, Mixed Martial Arts, Luta Livre, Aiki-Jujutsu, Ringen sowie Daito-Ryu trainieren, üben in ihrem Dojo auch das Grappling. Allerdings dominiert bei dieser Kampfkunst, wie bei jeder anderen Aktivität, das Prinzip: Übung macht den Meister. Grappling lässt sich lediglich mit einem Partner üben. Der Trick besteht darin, mit unterschiedlichen Personen zu trainieren. Daraus lernen Kampfsportler am meisten.

Personen, die mit einem erfahreneren Kampfsportler Grappling trainieren, profitieren von dessen Erfahrung, Wissen und Können. Üben sie den Bodenkampf hingegen mit einem Kämpfer, der noch nicht so lange dabei ist, verbessern sie sich ebenfalls in vielerlei Hinsicht, da sie dem Unterlegenen ihr eigenes Wissen nahebringen können. Dadurch lernen sie selbst eine Menge dazu.

Partnerübungen & Grappling Dummy

Partnerübungen machen einen unverzichtbaren Bestandteil des Grapplings aus. Dank ihnen lernen Kampfsportler sehr viel. Bei Einzelübungen hingegen haben sie nicht die Möglichkeit die Techniken unter realen Bedingungen zu testen. Allerdings hilft es, die Hebel-, Würge- sowie Haltegriffe auch mit einem „imaginären Partner“ durchzuführen. Diese Art der Einzelübung erfordert eine hohe Konzentration. Des Weiteren starten jeder Prozess und jede Übung zunächst im Kopf. Daraus resultiert ein besseres Ergebnis im Bodenkampf. Einzelübungen auf dem „Trockenen“ sollten somit ebenso einen festen Bestandteil des Trainings ausmachen.

Damit sich Partnerübungen auch alleine trainieren lassen, gibt es Trainings-Puppen, sogenannte Grappling-Dummys:

FAQ


In welchen Kampfsportarten kommt Grappling zum Einsatz?

Grappling bezeichnet in den Kampfkünsten ganz allgemein der Bodenkampf. Es ist jedoch ebenso eine eigenständige Sportart. Judo, Brasilianisches Jiu-Jitsu sowie Mixed Martial Arts beinhalten in ihrem Programm den Bodenkampf. Deshalb gehört zu den erwähnten Kampfsportarten ebenfalls das Grappling. Die nachfolgenden Kampfsportarten praktizieren desgleichen diesen Bodenkampf, da sich dieser in der Praxis bewährt hat:

– Nihon Jutsu
– Glima
– Ringen
– Luta Livre
– Aikido
– Aiki-Jujutsu
– Daito-Ryu
– Shuaijiao

Was ist bei Grapplingtechniken in Wettkämpfen erlaubt?

Es existieren unterschiedliche zahlreiche Wettkämpfe im Bodenkampf. Diese setzen sich jedoch aus den verschiedenen Grapplingstilen zusammen. Schläge und Tritte sind beim Grappling in Abhängigkeit von der jeweiligen Kampfkunst nur bedingt zulässig. Im Judo beispielsweise sind diese strengstens verboten. Dieser Kampfsport beschränkt sich auf Haltegriffe, Aufgabe- sowie Grifftechniken.

Handelt es sich jedoch um einen Wettkampf im MMA-Stil, sind Schlag- und Tritttechniken gestattet. Luta Livre sowie verschiedene Unterstile von Sambo gehören zu den Kampfkünsten, die Grappling beinhalten und Schläge sowie Tritte erlauben.

Letzte Aktualisierung am 21.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API