Beim Grappling handelt es sich um eine effektive Kampfkunst, die überwiegend auf dem Boden stattfindet. Des Weiteren macht der Bodenkampf einen großen Teil von zahlreichen Kampfsportarten aus. Allerdings existiert Grappling auch als separate Kampfkunst.

In diesem Beitrag stellen wir Techniken, Hintergründe und vieles mehr über Grappling vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grappling setzt sich aus effektiven Griff-, Hebel- sowie Würgetechniken zusammen.
  • Grappling wird auch als Bodenkampf bezeichnet und Bestandteil vieler Kampfsportarten.
  • Grappling trainiert die gesamte Muskulatur und verbessert die körperliche Ausdauer.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was ist Grappling

Der Begriff „Grappling“ bezieht sich auf eine Reihe von Techniken, die in vielen Kampfsportarten und Kampfkünsten verwendet werden. Diese Techniken umfassen in der Regel den Clinch und den Bodenkampf.

Im Gegensatz zu den „Striking“-Disziplinen, bei denen es darum geht, den Gegner mit Schlägen und Tritten zu treffen, konzentrieren sich die Grappling-Disziplinen auf Würfe, Hebel, Würgegriffe und andere Techniken, mit denen der Gegner kontrolliert, bewegungsunfähig gemacht oder zur Aufgabe gezwungen werden soll.

Hintergründe des Grapplings

Der Begriff Grappling stammt aus dem Englischen und steht für einen speziellen Griffkampf, der sich aus unterschiedlichen Griffmethoden zusammensetzt. Grapple steht für ein gezieltes Festhalten. Beim Grappling handelt es sich ebenso um eine effektive Zusammensetzung unterschiedlicher Kampfsportarten. Techniken, die zum Einsatzkommen bestehen aus:

  • Hebel und Gelenkhebel
  • Würfe
  • Würgegriffe
  • Haltegriffe
  • Klammergriffe
  • Takedowns
  • Sweeps

Das Ziel der Techniken des Grapplings

Zahlreiche effektive Hebel, Würfe sowie weitere Techniken zielen darauf ab, den Gegner in eine ungünstige Lage zu bringen. Darüber hinaus besteht in einem Grappling-Kampf das Ziel, den Partner zu einer Aufgabe zu motivieren sowie ihn bewegungsunfähig zu machen.

In Abhängigkeit von der jeweiligen Kampfkunst kommen ebenso Tritte und Schläge zum Einsatz. Allerdings steht die pure physische Kraft oder gar Brutalität nicht im Vordergrund. Grappling kommt einem Vergleich mit einem Schachspiel am nächsten. Bei dieser Art des Kampfes wollen die Rivalen, einander mit jeder einzelnen Bewegung, besser in den Griff zu bekommen.

Grappling Grifftechniken

Grappling-Techniken sind ein grundlegender Bestandteil vieler Kampfsportarten und können in vier grundlegende Kategorien unterteilt werden: Griffe, Würfe, Haltegriffe und Positionskontrolle. Hier sind einige Beispiele für spezifische Techniken in jeder Kategorie:

  • Klammergriffe
  • Drilltechniken
  • NoGi Techniken
  • Gi Techniken

Gi Techniken setzen sich aus unterschiedlichen Armhebeln und Sweeps zusammen. Die NoGi Techniken wiederum enthalten zahlreiche Anwendungen aus dem Brazilian Jiu-Jitsu. Sie beinhalten die Arm Triangle aus der Bank, den doppelten Kniehebel, die Morango Armlock aus der Guard, die Heelhook Verteidigung sowie die Underhook Verteidigung in der Deep Half Guard. Der doppelte Kniehebel hat sich in der Praxis als äußerst effektiv bewährt. Das liegt an der Empfindlichkeit der Kniegelenke. Der Hebel lässt der gefangenen Person überhaupt keine Bewegungsmöglichkeit. Allerdings dominieren im Grappling auch die Armbar-Hebel.


Takedowns

Double-Leg Takedown: Eine grundlegende Technik im Ringen und MMA, bei der der Angreifer beide Beine des Verteidigers umfasst und ihn zu Boden bringt.

Single-Leg Takedown: Eine Technik, bei der der Angreifer ein Bein des Gegners umfasst und ihn zu Boden bringt.


Würfe

Seoi Nage (Schulterwurf): Eine grundlegende Technik im Judo, bei der der Angreifer den Arm des Gegners benutzt, um ihn über dessen Schulter zu werfen.

O Goshi (Großer Hüftwurf): Eine weitere grundlegende Judotechnik, bei der der Angreifer den Körper des Gegners um seine Hüfte dreht und ihn zu Boden wirft.


Submission-Haltegriffe

Rear Naked Choke: Eine im Brazilian Jiu-Jitsu und MMA häufig verwendete Technik, bei der der Angreifer den Nacken des Gegners von hinten umfasst und Druck ausübt, um ihn zur Aufgabe zu zwingen.

Armbar: Eine weitere häufige Submission-Technik, bei der der Angreifer den Arm des Gegners zwischen den Beinen einklemmt und Druck auf das Ellbogengelenk ausübt.


Positionskontrolle

Festmachen: Eine dominante Position, in der der Angreifer auf der Brust des Verteidigers sitzt und dessen Hüfte kontrolliert.

Guard: Eine defensive Position, in der der Verteidiger auf dem Rücken liegt und seine Beine benutzt, um den Angreifer zu kontrollieren.

Grappling Bodenkampf

Welche Technik für welchen Zweck?

  • Hebel zielen definitiv darauf ab, den Gegner zum Aufgeben eines Kampfes zu bewegen. Darüber hinaus unterscheiden sie sich im Hinblick auf das jeweilige Gelenk, das gehebelt wird. Es existieren Arm-, Ellbogen-, Knie- oder Fußgelenkhebel.
  • Wurftechniken hingegen verfolgen das Ziel, den Gegner in eine ungünstige Lage zu bringen. Die Absicht, welche dahinter steckt, besteht im Anschluss einen Hebel oder Haltegriff auszuführen, der zum Sieg verhilft.
  • Halte- und Klammergriffe agieren ebenso als Werkzeug, um den jeweiligen Kampf erfolgreich zu gewinnen. Allerdings hat der Gegner bei einem Halte- oder Klammergriff die Möglichkeit, sich zu befreien.
  • Würge- und Hebeltechniken dagegen zwingen aufgrund der Schmerzen zu einer sofortigen Kampfaufgabe.

Grappling trainieren

Wenn Ihr eure Techniken verbessern und zuhause trainieren möchtet, findet ihr ein paar Tipps wie Ihr Grappling zuhause trainieren könnt.


Welche Muskeln sollten Grapplinganhänger trainieren?

Selbst wenn es auf den ersten Blick unlogisch erscheint, ist es dennoch wichtig, regelmäßig die Bauch- und Rückenmuskulatur zu trainieren. Sämtliche Techniken erfordern einen hohen Kraftaufwand, der aus dem gesamten Körper stammt. Auch wenn es manchen Kämpfern nicht auffällt, spannen sie bei den Haltegriffen, Hebeltechniken oder Würfen stets ihre Bauch- und Rückenmuskeln an.

Da die Arm- und Beinmuskulatur ebenso eine wichtige Rolle beim Ausführen der Grapplingtechniken übernimmt, erfordert diese ein intensives Training. Weil die Hebel auf die Ellbogen- und Kniegelenke abzielen, ist eine starke Muskulatur um diese Körperregion herum zwingend notwendig.

Zahlreiche Kampfsportler vernachlässigen während des Trainings ihre Nackenmuskulatur. Diese sollten sie allerdings ebenso regelmäßig wie die anderen Muskeln trainieren. Auf diese Weise beugen Grapplinganhänger Entstehungen von Verletzungen vor.


Wie können Kampfsportler Grappling üben und sich dabei verbessern?

Kampfsportler, die Judo, Brasilianisches Jiu-Jitsu, Mixed Martial Arts, Luta Livre, Aiki-Jujutsu, Ringen sowie Daito-Ryu trainieren, üben in ihrem Dojo auch das Grappling. Allerdings dominiert bei dieser Kampfkunst, wie bei jeder anderen Aktivität, das Prinzip: Übung macht den Meister. Grappling lässt sich lediglich mit einem Partner üben. Der Trick besteht darin, mit unterschiedlichen Personen zu trainieren. Daraus lernen Kampfsportler am meisten.

Personen, die mit einem erfahreneren Kampfsportler Grappling trainieren, profitieren von dessen Erfahrung, Wissen und Können. Üben sie den Bodenkampf hingegen mit einem Kämpfer, der noch nicht so lange dabei ist, verbessern sie sich ebenfalls in vielerlei Hinsicht, da sie dem Unterlegenen ihr eigenes Wissen nahebringen können. Dadurch lernen sie selbst eine Menge dazu.


Partnerübungen & Grappling Dummy

Partnerübungen machen einen unverzichtbaren Bestandteil des Grapplings aus. Dank ihnen lernen Kampfsportler sehr viel. Bei Einzelübungen hingegen haben sie nicht die Möglichkeit die Techniken unter realen Bedingungen zu testen. Allerdings hilft es, die Hebel-, Würge- sowie Haltegriffe auch mit einem „imaginären Partner“ durchzuführen. Diese Art der Einzelübung erfordert eine hohe Konzentration. Des Weiteren starten jeder Prozess und jede Übung zunächst im Kopf. Daraus resultiert ein besseres Ergebnis im Bodenkampf. Einzelübungen auf dem „Trockenen“ sollten somit ebenso einen festen Bestandteil des Trainings ausmachen.

Damit sich Partnerübungen auch alleine trainieren lassen, gibt es Trainings-Puppen, sogenannte Grappling-Dummys:

Welche Bodenkampf Tricks gibt es, um erfolgreich zu sein?

Bodenkampf oder Grappling ist ein komplexer Aspekt vieler Kampfsportarten und es gibt viele „Tricks“ oder Strategien, die man lernen kann, um erfolgreich zu sein.

  • Position vor Submission: Im Grappling ist es oft wichtiger, eine dominante Position zu erreichen, bevor man versucht, eine Submission (Aufgabe) zu erzwingen. Das heißt, bevor ihr versucht einen Armhebel oder Würgegriff anzuwenden, solltet ihr eine Position erreichen, in der ihr die Bewegungen eures Gegners kontrollieren könnt.
  • Gewicht und Hüfte einsetzen: Eine der wichtigsten Strategien im Bodenkampf ist der effektive Einsatz des Körpergewichts und der Hüfte, um den Gegner zu kontrollieren. Indem ihr euer Gewicht verlagert und eure Hüfte einsetzt, könnt ihr Druck ausüben und eure Gegner in eine ungünstigere Position bringen.
  • Bleibt ruhig und atme: Grappling kann sehr anstrengend sein und es ist leicht, in der Hitze des Gefechts die Kontrolle zu verlieren. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben, kontrolliert zu atmen und strategisch zu denken, anstatt impulsiv zu reagieren.
  • Lerne die „Brücke“ und die „Rolle“: Das sind grundlegende Bewegungen, die euch helfen, euch aus schwierigen Positionen zu befreien und den Kampf zu deinem Vorteil zu wenden. Eine gelungene Brücke oder Rolle kann oft den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.
  • Ständige Bewegung und Anpassung: Beim Grappling ist es wichtig, ständig in Bewegung zu sein und sich den Bewegungen und Reaktionen des Gegners anzupassen. Steht man still, gibt man dem Gegner die Chance, seine Position zu verbessern und eventuell eine Submission zu erzwingen.
  • Übung macht den Meister: Wie bei jeder Fertigkeit ist auch beim Grappling die Übung der Schlüssel zum Erfolg. Je mehr man trainiert, desto besser wird man. Es ist wichtig, sowohl Techniken als auch Sparringsituationen zu üben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Techniken in einem echten Kampf angewendet werden.

Der beste Weg, um im Grappling erfolgreich zu sein, ist es, einen qualifizierten Trainer zu finden und regelmäßig zu trainieren.

FAQ zu Grappling

Maximilian Hitzler

Update: 24.04.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API