Bei unterschiedlichen Kampfsportarten werden durch unterschiedliche Gürtelfarben die Kenntnisstände in der Kampfsport signalisiert. Auch beim Judo gibt der Gürtel Auskunft über den Fortschritt. Aber welche Bedeutung haben die Gürtelfarben und welche Grundsätze gelten bei Wettkämpfen? Wir geben Einblick in die Klasseneinteilung und Wettkampfklassen beim Judo.


Judo Gürtel

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Judo Gürtel Farben und Bedeutung

Ihr beginnt als 9. Kyū, als Kukyū, mit dem weißen Gurt, welchen Euch niemand absprechen kann.

Weiß-Gelb Gürtel Der 8. Kyū, der Hachikyū, trägt den weiß-gelben Gürtel und muss in seiner Prüfung rückwärts und seitlich fallen können. Außerdem werden 2 Wurf- und 2 Bodentechniken verlangt und 2 bis 3 Einheiten Randori von je einer Minute durchgeführt
Gelb Gürtel In der Prüfung zum 7. Kyū mit gelbem Gürtel, dem Nanakyū, müsst Ihr eine Judorolle vorwärts beherrschen, je 2 zusätzliche Wurf- und Bodentechniken und 3 bis 4 Einheiten Randori zu je einer Minute demonstrieren.
Gelb-Orange Gürtel Für den 6. Kyū, den Rokkyū, erhaltet Ihr gelb-orange und müsst die Judorolle beidseitig beherrschen. Außerdem erlernt Ihr 5 neue Wurftechniken, bekommt unfangreichere Anwendungsaufgaben und müsst 3 bis 5 Randori-Einheiten zu je 2 Minuten durchhalten.
Orange Gürtel Der orangefarbene Gürtelträger nennt sich Gokyū und ist der 5. Kyū. Hier müsst Ihr die Judorolle über ein Hindernis vorführen und erlernt neue Wurftechniken, welche auf einem Bein ausgeführt werden, sowie Hebeltechniken am Boden. Randori bleibt wie beim 6. Kyū.
Orange-Grün Gürtel Der Sprung zum orange-grünen 4. Kyū, dem Yonkyū, ist groß und Vorkenntnisse werden von hier an nur noch stichprobenartig geprüft. Hier müsst Ihr erstmals die fortgeschrittene Falltechnik „freier Fall“ demonstrieren. Zu den neuen Wurftechniken zählt der aus Filmen bekannte Tomoe-Nage.
Grün Gürtel Für den 3. Kyū, auch Sankyū genannt und den damit verbundenen grünen Gürtel müsst Ihr die erste Kata erlernen. Beim Randori existieren weniger Vorgaben, damit ein ungezwungener Übungskampf stattfinden kann. Weitere Wurf- und Bodentechniken runden die Prüfung ab und Vorkenntnisse werden von hier an seltener abgefragt, da diese aus dem Prüfungsprogramm heraus ersichtlich sind.
Blau Gürtel Wenn Ihr die Prüfung zum Nikyū, dem 2. Kyū mit blauem Gürtel, antretet, müsst Ihr erste Würgetechniken beherrschen und Euch in 3 Einheiten Randori zu je 3 Minuten gegen einen Gegner behaupten, welcher extreme Körperhaltungen einnimmt. Außerdem wird eine neue Kata gelehrt.
Braun Gürtel Der letzte Schülergrad und Braungürtel, der 1. Kyū namens Ikkyū, verlangt Eure höchste Präzision und Flexibilität, denn hier werden keine Fehler mehr geduldet. Die Würfe und Hebel müssen aus verschiedenen Situationen heraus sicher angewandt werden, beim Randori werden 3 verschiedene Übungspartner ausgewählt und die dritte Kata muss zu beiden Seiten ausgeführt werden.
Schwarz Gürtel (1-10) Die Prüfungsprogramme zu den Meistergraden 1. bis 10. Dan, allesamt Schwarzgurte (oder ab dem 6. Dan rot-weiß oder komplett rot), sind noch deutlich umfangreicher und umfassen neben neuen Techniken auch eine ständige Wiederholung des Gelernten. Ab der 3. Dan-Prüfung kann der Prüfling den Großteil der Techniken frei wählen. Weiterhin gehört zu jeder Dan-Prüfung ein Teil theoretischen Wissens, den der Prüfer abfragen kann.

Gürtelfarbe vs. Alters und Gewichtsklasse

Beim Judo wird die Klasseneinteilung durch die Gürtelfarbe angegeben. Dabei müsst ihr grundsätzlich zwischen zwei Kategorien der Einteilung unterscheiden.

  1. Auf der einen Seite steht der individuelle Rang des Judoka, der am Judo Gürtel zu erkennen ist. Diesen Rang kann er durch das Absolvieren der Judo Prüfung zum entsprechend nächsten Rang erhöhen. Hierbei existieren genaue Vorgaben für das Mindestalter und die Prüfungsinhalte, die der Judoka beherrschen muss und diese sind für jeden von Euch gleich.
  2. Hiervon klar zu unterscheiden ist die Einteilung in Alters und Gewichtsklassen, wie sie beim Wettkampf vorgenommen wird, denn diese hat nichts mit dem Gürtelrang des Judoka zu tun. Sie soll lediglich eine bessere Vergleichbarkeit der Fähigkeiten im Wettkampf schaffen, indem Differenzen in Alter und Gewicht gering gehalten werden.

Einteilung in Schüler und Meistergrade

Wie oben schon erwähnt, repräsentiert der Gürtel Euren persönlichen Grad anhand seiner Farbe. Jeder Neuling startet mit dem Schülergrad des 9. Kyū und trägt den weißen Judo Gürtel, mit steigendem Schülergrad werden die Gürtelfarben dunkler und führen über gelb, orange, grün und blau nach braun. Ein Überspringen einzelner Grade ist nicht möglich.

Die Prüfungen führen schrittweise abwärts bis zum 1. Kyū, dem braunen Gürtel, woraufhin der nächste Schritt die Prüfung zum 1. Dan ist, dem Grad des niedrigsten Judo Meister und somit dem „Schwarzgurt“. Judo Prüfungen existieren bis zum 5. Dan, alle weiteren Grade werden bei großen Leistungen durch entsprechende Verbände verliehen. Ein Mindestalter existiert für den 5. Kyū (im 9. Lebensjahr), den 3. Kyū (im 11. Lebensjahr) , den 1. Kyū (vollendetes 12. Lebensjahr) sowie den 1. Dan (vollendetes 15. Lebensjahr).

Wie sieht die Judo Prüfung zum höheren Grad aus?

Der Judoka muss eine Reihe von Techniken sicher vorführen können, welche mit steigendem Rang schwieriger werden.

  • Ein erster Prüfungsbestandteil sind Falltechniken, bei denen der Schüler seinen Schwung abfangen muss, um Verletzungen zu verhindern. Das Fallen funktioniert in vier Richtungen. Das Gegenstück dazu sind die Wurftechniken, mit denen der Gegner auf die Matte befördert wird.
  • Bei der Demonstration der Bodentechniken geht es darum, den Gegner in kniender oder fast liegender Haltung in Rückenlage und unter Kontrolle zu bringen.
  • Beim Randori (Übungskampf) sollen die erlernten Techniken an einem Partner angewandt werden, welcher sich zur Wehr setzt.
  • Ab dem 3. Kyū muss der Schüler zusammen mit einem Partner noch eine Kata vorführen, die auf den ersten Blick dem Randori ähnelt. Bei der Kata allerdings sind die anzuwenden Techniken genau vorgeschrieben und der Übungspartner wehrt sich nicht.

Die entsprechenden Techniken für die Prüfung stehen im Prüfungsprogramm und der Judoka muss alle beherrschen, wenn er die Prüfung bestehen will. Prinzipiell sollte der Schüler alle Techniken vergangener Prüfungen verinnerlicht haben. Der Prüfer ist bei höheren Graden auch berechtigt, diese abzufragen. Besonders in Dan Prüfungen machen Prüfer von dieser Option sehr gern Gebrauch und lassen Techniken vorführen, die zum Grundwissen jedes Judoka gehören, im aktuellen Prüfungsprogramm aber nicht speziell genannt sind. Es gilt also: Ihr lernt nicht nur für diese Prüfung, sondern für alle Folgenden.

Judo Gürtel kaufen

FAQ zu Judo Gürtel

Wir haben euch im Folgenden Antworten auf häufige Fragen zusammengestellt. Der Gürtel hält die Judohose und die Jacke in Form und gibt dem Judoanzug halt. Darüber hinaus gibt er Auskunft über die Kenntnisse bzw. bestandenen Prüfungen des Judoka.

Judo Gürtel

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Wie bindet man den Judogürtel richtig?

Der Judogürtel wird, wie beispielsweise eine Krawatte auch, auf eine spezielle Art und Weise gebunden. Es wird wenig Sinn machen das mit Worten zu beschreiben, seht euch dazu am besten das Video an.

Wichtige Schritte sind dabei:

  • Mitte ausloten
  • Jacke ausrichten
  • Gürtel doppelt legen
  • Knoten binden
  • 20cm je Gürtelende sollte überstehen

Welchen Gürtel benötigt der Einsteiger?

Judo Gürtel sind in fast allen Fällen aus reiner Baumwolle oder manchmal auch aus Seide gefertigt. Sie bestehen aus vielen Stofflagen, wodurch sie besonders strapazierfähig sind. Besondere Stärken, wie bei der Jacke und Hose, gibt es bei den Gürteln allerdings nicht.

Wenn Ihr Euch einen kompletten Judogi für Einsteiger leistet, müsst Ihr meist keinen separaten Judo Gürtel kaufen, da dieser oftmals mit dabei ist. Sollte das nicht der Fall sein, dann braucht Ihr nicht zu verzweifeln, denn weiße Gürtel bekommt Ihr für unter 10€. Diese Günstigen reichen auch aus, da Ihr ihn ohnehin nicht sehr lange tragen werdet.

Bestimmung der Gürtellänge

Generell wird die Länge, wie bei Jacke und Hose, nach der Körpergröße bestimmt, denn aufgrund der Bindetechnik reicht es hier nicht aus, einfach, wie bei einer Jeans, den Hüftumfang zu messen. Der Gürtel wird schließlich zweifach um die Hüften geschlungen und vor dem Bauch speziell verknotet.

Wie immer gilt bei der Größenbestimmung: Seid Ihr besonders schlank, kann auch die kürzere Stufe besser passen. Wenn Ihr Zweifel habt, könnt Ihr natürlich auch die anderen Schüler bitten, Euch bei der Längenbestimmung zu helfen. Ein kurzes „Probebinden“ später und schon habt Ihr absolute Gewissheit. Außerdem könnt Ihr Euch bei dieser Gelegenheit gleich zeigen lassen, wie der Gürtel zu binden ist. Da es hier verschiedene Varianten gibt, von denen keine Richtig oder Falsch ist, bekommen normalerweise alle Schüler des Dojos die gleiche Technik gezeigt.

Qualitative Unterschiede in den Preisklassen

Bei den Judo Gürteln ist die Preisspanne bei weitem nicht so groß, wie bei den Anzügen. Das liegt in erster Linie daran, dass auch die Einsteigermodelle bereits eine hohe Belastbarkeit aufweisen. Höherwertige Modelle zeichnen sich lediglich dadurch aus, dass sie besser sauberer vernäht sind und somit besser aussehen. Außerdem besitzen höherwertige Gürtel, wie etwa Dan Gürtel, oft eine größere Steifigkeit, welche den Träger kräftiger wirken lässt.

Die einzige Ausnahme bilden die speziell gekennzeichneten schwarzen Gürtel nach den Vorgaben der IJF, welche vorgeschrieben werden, wenn der Judoka an einem internationalen Wettkampf teilnehmen möchte. Für braune und blaue Gürtel hingegen ist das Logo nicht erforderlich.

Reinigung des Gürtels

Judo Gürtel haben normalerweise die unangenehme Eigenschaft, nicht für die maschinelle Reinigung ausgelegt zu sein. Die meisten Gürtel dürfen daher nur in lauwarmem Wasser und ausschließlich per Hand gewaschen werden.

Prinzipiell stellt das aber kein Problem dar, da der Gürtel nicht mit der Haut in Berührung kommt und somit nur wenig bis überhaupt nicht verschmutzt. Viele Schüler verzichten auch komplett auf ein regelmäßiges Waschen. Manche der Älteren behaupten, dass der Gürtel nicht gewaschen werden sollte, weil er mit dem Schüler zusammen „Erfahrung sammelt“.

Individuelle Judo Gürtel kaufen

Es gibt gegen einen geringen Aufpreis die Möglichkeit, Judo Gürtel zu bestellen, welche zum Beispiel den Namen des Judoka oder des Dojos tragen. Dies ist zwar keine Pflicht, kann aber als nett gemeinte Geste genutzt werden, etwa als Geschenk zu einer bestandenen Prüfung.

Die Träger höherer Grade verzieren ihre Gürtel meist mit Stickereien und Zeichen, welche zum Beispiel die Symbole des Dojos darstellen könnten. Davon machen in der Regel die Träger eines Dan Gürtels Gebrauch, da dieser über längere Zeit getragen wird, meist über mehrere Jahre. Für Einsteiger macht dies keinen großen Sinn, da diese ihre Judo Gürtel zu häufig wechseln, was mehrfach im Jahr geschehen kann.

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