In unserem Beitrag stellen wir Euch die Gürtelfarben im Karate sowie die Einteilung im Wettkampf vor. Denn beim Karatetraining tragen die Teilnehmer Gürtel in unterschiedlichen Farben. Diese geben an, welchen Ausbildungsstand der Karateka bislang erreicht hat. Bei Wettkämpfen wird die Unterscheidung über Gewichts- und Altersklassen getroffen.

Karate Gürtelfarben

Schüler- und Meistergrade sowie Prüfungen

Weißer Gurt Die Karate Prüfung zum 9. Kyū, dem Weißgurt, enthält grundlegende Techniken und ist die einzige Prüfung, welche übersprungen werden kann. Sie dient als Zwischenstufe, überwiegend für Kinder, um den Einstieg in Kihon und Kata zu erleichtern und enthält nur 6 Techniken sowie eine einfache Kata namens Taikyoku Shodan. Im Kumite müsst Ihr einen Fauststoß des Partners auf zwei Arten abwehren können.
Gelber Gurt Die meisten von Euch werden mit der Prüfung zum Gelbgurt, dem 8. Kyū, beginnen. Hier erwarten Euch einige Einzeltechniken sowie eine neue Fußposition im Kihon und die Kata Heian Shodan. Das Kumite bleibt unverändert.
Orange Gurt Der 7. Kyū mit dem orangefarbenen Gürtel bildet das Ende der Unterstufe. Diese Karate Prüfung enthält im Kihon eine erste Kombination und die Kata Heian Nidan. In der Kumite Prüfung müsst Ihr nun auch die ersten Fußtritte abwehren können.
Grüner Gurt Der 6. Kyū trägt den grünen Karate Gürtel und muss überwiegend Kombinationen erlernen, welche langsam die Einzeltechniken verdrängen. Weiterhin müsst Ihr die Kata Heian Sandan beherrschen, eine neue Variante des Kumite lernen und einen neuen Prüfungsteil, die Partnerübung zum Freikampf, vorführen. Diese gehört von nun an zum Prüfungsprogramm dazu.
1. Blauer Gurt Der 5. Kyū trägt je nach Verband den violetten oder blauen Gürtel (manchen Verbänden ist das auch egal) und besteht im Kihon ausschließlich aus Kombinationen. Die benötigte Kata nennt sich Heian Yondan und im Kumite findet Ihr die Sonderform, dass der Partner, welcher den ersten Angriff ausführt, auch den Treffer landet. Ab dem 5. Kyū kann der Prüfer alle vorher gelernten Kata auf Wunsch vorführen lassen.
2. Blauer Gurt Der zweite blaue Gürtel, der 4. Kyū, muss für seine Prüfung den aus Filmen bekannten Rückwärtstritt Ushiro-Geri lernen und die Kata Heian Godan beherrschen. Das Kumite bleibt unverändert und im Freikampf werden nun erstmals Tritte eingesetzt.
1. Braune Gurt Der erste braune Karate Gürtel, der 3. Kyū, muss die Kata Tekki Shodan beherrschen und erstmals das Bunkai (die Anwendung einer Kata am Gegner) der Kata Heian Godan vorführen können. Im Kumite sind von hier an keine Kontertechniken mehr vorgegeben, sondern von Euch frei zu wählen.
2. Braune Gurt Der 2. Kyū, weiterhin braun, benötigt die Kata Bassai Dai und deren Bunkai zum Bestehen. Das Kumite sollte inzwischen mit deutlich mehr Geschwindigkeit und Improvisation ausgeführt werden können.
3. Braune Gurt Der 1. Kyū ist der letzte braune Gürtel und bildet das Ende der Oberstufe. Hier könnt Ihr erstmals Eure Kata selbst wählen, wobei Euch einige zur Auswahl vorgegeben werden. Diese müsst Ihr laufen können und im Bunkai anwenden.
1. Schwarze Gurt Karate Meister darf sich erstmals nennen, wer die Prüfung zum 1. Dan abschließt, wobei das Hintergrundwissen an Bedeutung gewinnt. Hier steigt nicht nur die Schwierigkeit des Kihon enorm an, sondern auch der Wert der Kata und des Bunkai. Von größter Wichtigkeit ist es für einen Karate Dan, den Sinn hinter den Techniken einer Kata korrekt zu erkennen. Eine Kata darf der Anwärter selbst wählen, die er erst läuft und anschließend im Bunkai vorführt. Es darf jedoch nicht die Gleiche sein, die er bereits für den 1. Kyū wählte. Das Kumite bleibt unverändert.
2. Schwarze Gurt Die Karate Prüfung zum 2. Dan ist die letzte Prüfung, deren Programm noch weitestgehend vorgeschrieben ist. Ihr müsst diverse Techniken im Kihon beherrschen, eine Kata nach eigener Wahl laufen und analysieren und bekommt 2 weitere vom Prüfer genannt. Das Kumite bleibt unverändert.
3. Schwarze Gurt Ab der Prüfung zum 3. Dan bestehen die Prüfungsinhalte im Kihon zum Teil aus von Euch gewählten Techniken, bei denen Ihr Eure Stärken demonstrieren könnt und zum Teil aus vom Prüfer Gewählten. Bei der Kata bleibt das Verhältnis einer selbst Gewählten zu zwei vom Prüfer ausgesuchten Kata bestehen, wobei der angehende Karate Meister hier den Ablauf einer Kata erklären muss. Das Kumite besteht ausschließlich aus vom Prüfer vorgegebenen Techniken.
4 – 9. Schwarze Gurt Die Prüfungen der Dan Grade 4 bis 9 kennzeichnen sich dadurch, dass der praktische Teil der Prüfung schrumpft, während der theoretische Teil, das Wissen um die Anwendung der einzelnen Kata, weiter an Bedeutung gewinnt. Dass Fehler bei der Ausführung der Techniken in diesen Prüfungen nicht mehr toleriert werden, sollte sich als selbstverständlich erweisen. In den oberen Schwarzgurt-Graden spielt auch das Alter eine Rolle und diese Ehre kommt nur erfahrenen Lehrern mit überdurchschnittlichen Leistungen zuteil.
10. Schwarze Gurt Die oberen Schwarzgurte unterscheiden sich beim japanischen und chinesischen System. Ein 10. Dan wird nur im japanischen System vergeben, dort endet die Ausbildung mit dem 9. Dan. Ab dem 7. Dan darf man sich den Title „Großmeister“ aneignen.

Einteilungen beim Karate

Es existieren zwei Arten der Einteilung.

  1. In erster Linie werdet Ihr als Karateka danach streben, Euren individuellen Grad zu erhöhen. Es existieren 9 Schülergrade und 10 Meistergrade, welche Ihr durch das Ablegen einer Karate Prüfung erreichen könnt. Dieser jeweilige Grad wird durch den farbigen Karate Gürtel gekennzeichnet und gibt Aufschluss darüber, wie lange und wie intensiv Ihr in der Vergangenheit bereits trainiert habt.
  2. Die andere Einteilung ist die Bildung von Karate Gewichtsklassen und Altersklassen bei Wettkämpfen, wobei der individuelle Grad unbeachtet bleibt. Hier geht es vor allem darum, Unterschiede in Gewicht und Größe möglichst klein zu halten, um einen fairen Wettkampf zu gewährleisten.
  3. Karate Gürtel kaufen

    FAQ zu Karate Gürtel

    Im Wesentlichen hat der Gürtel (jap. Obi) zwei Funktionen. Er dient dazu, die Anzugjacke ordentlich zusammen zu halten und lässt an der Farbe den Ausbildungsstand des Trägers erkennen.

    Wie bindet man den Karategürtel?

    Der Obi im Karate besteht aus vielen Lagen an Material, ist normalerweise etwa 4 cm breit und muss lang genug sein, um ihn zweimal um den Körper zu wickeln und an der Vorderseite mit einem traditionellen Knoten zu binden. Diese Bindetechnik könnt Ihr Euch im folgenden Video selbst beibringen oder Ihr fragt Eure Mitschüler im Dojo. Bei einem neuen Karategürtel kann das Binden ein wenig Übung erfordern, da diese häufig sehr steif sind, aber mit diesem Problem seid Ihr nicht die Ersten.

    Welche Gürtellänge ist notwendig?

    In erster Linie müsst Ihr Eure Gürtellänge bestimmen, was einfach über die Körpergröße geschieht. Die Hersteller halten hier Tabellen bereit. Solltet Ihr unschlüssig sein, dass die für Eure Größe empfohlene Länge an Eurem Körper passt, könnt Ihr sicherlich die anderen Schüler bitten, ein paar unterschiedliche Längen zu probieren.

    Größe ca. 1,50 m Gürtellängeg etwa 2,30 m bis 2,50 m
    Größe ca. 1,50 m bis 1,75 m Gürtellängeg etwa 2,50 m bis 2,70 m
    Größe ca. 1,75 m bis 1,90 m Gürtellängeg etwa 2,70 m bis 3,00 m
    Größe über 1,90 m Gürtellängeg etwa 3,00 m bis 3,30 m

    Die richtige Gürtelfarbe

    Dann braucht Ihr natürlich die richtige Farbe. Solltet Ihr Neueinsteiger sein, dann benötigt Ihr einen weißen Karategürtel, wobei dieser einem neuen Karateanzug häufig ohne Aufpreis beiliegt. Beachtet das, wenn Ihr auch einen Gi kaufen wollt und achtet auch darauf, dass es tatsächlich ein Karategürtel ist, weil der Obi bei den unterschiedlichen asiatischen Kampfsportarten Unterschiede aufweist. Ihr würdet sonst unvorteilhaft aus dem Bild Eures Dojos herausstechen.

    Es gibt die folgenden Farben, aufsteigend nach dem Grad angeordnet:

    • weiß
    • gelb
    • orange
    • grün
    • blau
    • violett (je nach Verband und Dojo werden blau und violett auch gleichwertig verwendet)
    • braun
    • schwarz
    • weiß-rot (nur 10. Dan)

    Gibt es unterschiede bei Karategürteln?

    In der Regel sind die Karategürtel aus reiner Baumwolle gefertigt, können in einigen Fällen allerdings auch Seide beinhalten. Für die Haltbarkeit macht das keinen Unterschied, da dem Gürtel während des Karatetrainings keine große Belastung zukommt.

    Preislich gibt es sehr große Unterschiede, wobei die günstige Variante für den Anfänger vollends ausreicht. Ihr werdet Euren Obi ohnehin mehrfach neu kaufen, also investiert hier nicht zu viel in einen gelben Karategürtel. Oftmals kaufen sich erst Schwarzgurte einen hochwertigen Gürtel, da sie diesen in der Regel für eine sehr lange Zeit tragen.

    Eine Besonderheit bildet die Teilnahme an Wettkämpfen, da der jeweilige Veranstalter hier eventuell spezielle Vorschriften hat. Für die Teilnahme an WKF Turnieren beispielsweise bieten die Shops gesonderte Karategürtel an, welche auf deren Anforderungen zugeschnitten sind. Individuell bestickte Gürtel werden hier normalerweise nicht zugelassen.

    Gibt es Individualisierungsmöglichkeiten?

    Diverse Shops bieten die Möglichkeit, natürlich gegen Aufpreis, persönliche Schriften, Zeichen oder sogar Bilder auf den Gürtel aufzusticken. Hier bestimmt in der Regel die Menge der Schrift oder die Komplexität des Bildes den Preis. Wenn Ihr handwerklich geschickt seid und gute Utensilien zum Nähen habt, könnt Ihr dies natürlich auch selbst übernehmen. Beliebte Zeichen sind hierbei der eigene Name oder der Name des Dojos in der deutschen oder der japanischen Sprache.

    Beachtet bei der Bestickung Eures Gürtels, dass Ihr ihn für Wettkämpfe nicht mehr benutzen dürft, ihr braucht daher also einen Ersatzgürtel.

    Die Reinigung des Gürtels

    Euer Karategürtel ist nicht auf häufiges Waschen ausgelegt, was sich auch in den meisten Waschanleitungen widerspiegelt. Normalerweise steht hier ausschließlich die Handwäsche und selbst diese ist nur kalt zu empfehlen.

    Traditionell werden Karategürtel nicht gewaschen, da der Gürtel mit dem Schüler zusammen „an Erfahrung gewinnt“. Das stellt aber an sich kein Problem dar, da der Gürtel ausschließlich über der Jacke getragen wird und daher nicht mit der Haut und dem Schweiß in Berührung kommt. Eine kurze Handwäsche ist allerdings ein zeitloser Geheimtrick gegen extrem steife Gürtel, welche sich auch nach zwei Trainingseinheiten nicht binden lassen wollen.

    Der Karategürtel ist nicht nur das schließende Element des Karateanzugs, sondern signalisiert auch euren Kenntnisstand über die Kampfsportart. Hier findet Ihr Antworten auf häufige Fragen rund um Karategürtel und was es beim Kauf zu beachten gibt. In einem anderen Beitrag findet ihr einen Überblick zu den Farben und notwendigen Prüfungen.

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